Tabus, Fortschritte und ein neues Miteinander

Synodale schauen zurück und voran – was bleibt vom Synodalen Weg?

Veröffentlicht am 29.01.2026 um 00:01 Uhr – Von Lisa Maria Plesker (KNA) – Lesedauer: 

Bonn ‐ Aufbruch mit Bremsspuren: Der Synodale Weg hat Debatten geöffnet und Beschlüsse gefasst. Nach sechs Jahren Reformdialog ziehen Synodale persönlich Bilanz. In einem sind sie einig: Jetzt entscheidet sich, was bleibt.

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Sechs Jahre Reformdialog zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland nähern sich ihrem Ende: Mit der sechsten und letzten Synodalversammlung steht der Abschluss des Synodalen Weges unmittelbar bevor, den die deutschen Bischöfe gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) 2019 begonnen hatten. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) hat Mitglieder der Synodalversammlung nach ihrer Bilanz des Synodalen Weges gefragt.

Nötige Antwort auf die Missbrauchskrise

Für viele Synodale war der Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland eine notwendige Reaktion auf die Missbrauchskrise. Pfarrer Michael Berentzen sieht ihn als Antwort auf "die Ausmaße von sexualisierter Gewalt inmitten der Kirche und deren Vertuschung". Der Prozess habe "eingespielte Kommunikationsmuster und Rollenbilder" durchbrochen.

Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), wertet es als Erfolg, dass Missbrauch, Machtmissbrauch und klerikale Strukturen nicht länger als "schicksalhafte Einzelfälle" verharmlost werden könnten und dass heute klarer über systemische Ursachen gesprochen werde. "Zudem ist sichtbar geworden, wie viele Menschen sich in dieser Kirche für eine angstfreie, synodale Kirche engagieren - dieses Reformpotenzial wäre ohne den Synodalen Weg so nie sichtbar geworden."

Johannes Norpoth bei einer Pressekonferenz
Bild: ©Bistum Essen (Archivbild)

Johannes Norpoth ist Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz

Martin Buhl vom Mainzer Katholikenrat bewertet den Synodalen Weg als Erfolg, "nicht, weil alle Probleme gelöst worden wären", sondern weil erstmals "in dieser Breite und Verbindlichkeit gemeinsam über Macht, Verantwortung, Geschlechtergerechtigkeit und Glaubwürdigkeit der Kirche gesprochen und entschieden wurde". Thomas Arnold erklärt, der Synodale Weg habe es ermöglicht, zentrale kirchenpolitische Fragen über "bis dato gekannte, innerkatholische Grenzen hinweg" zu besprechen. "Und der Synodale Weg hat es geschafft, dass wir am Ende mit x Beschlüssen dastehen, die in weiten Teilen ein weiteres Engagement in den Bistumsverwaltungen ausgelöst hat - und damit Ideen von der allgemeinen Ebene ins Konkrete vor Ort übersetzt."

Konkretes Ergebnis: Grundordnung

Ähnlich sieht Marcus Leitschuh, Schulleiter und Mitglied des Katholikenrats im Bistum Fulda, gerade in vielen kleinen Beschlüssen, die in der Öffentlichkeit nicht breit thematisiert wurden, "sehr konkrete Chancen für die kirchliche Basis". Gemeinsam erarbeitete theologische Impulse und konkrete Beschlüsse für die größer werdenden Kirchengemeinden in Zeiten des Priestermangels lägen vor, betont er.

Ethik-Professor Andreas Lob-Hüdepohl verweist auf "positive Veränderungen für sehr viele Menschen" durch den Synodalen Weg: Die mit großer Mehrheit beschlossenen Texte zur "lehramtlichen Neubewertung von Homosexualität" und zum "Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt" hätten in den Gemeinden in Deutschland wesentliche Änderungen mitbewirkt. "Die Grundordnung für den kirchlichen Dienst ist geändert worden. Fragen der sexuellen Orientierung, der geschlechtlichen Identität oder der Lebensform haben für ein kirchliches Dienstverhältnis keinerlei Bedeutung mehr." Außerdem hätten die deutschen Bischöfe über ihre Schulkommission unter ausdrücklicher Bezugnahme auf den Synodalen Weg eine auskunftsstarke Orientierungshilfe für die Sichtbarkeit und Anerkennung der Vielfalt sexueller Identitäten in der Schule beschlossen.

Theologin Dorothea Sattler
Bild: ©KNA/Lars Berg (Archivbild)

Die Erwartungen der Münsteraner Ökumenikerin Dorothea Sattler wurden sogar übertroffen.

Auch Religionslehrerin Gabriele Klingberg hebt die neue Grundordnung als konkreten Erfolg hervor. Doch die Umsetzung weiterer konkreter Beschlüsse hänge vom Reformwillen der Bischöfe ab, sei kirchenrechtlich "begrenzt" oder könne nur auf weltkirchlicher Ebene erfolgen. Zudem seien die Anliegen von Frauen und jungen Menschen zu wenig berücksichtigt worden.

Fortschritt in puncto Gleichberechtigung?

Professorin Dorothea Sattler sieht ihre Erwartungen sogar übertroffen. Sie begrüßt die Bereitschaft, über theologische Argumente zur Teilhabe von Frauen an allen Diensten und Ämtern in der Kirche zu sprechen: "Das Ringen um den entsprechenden Grundtext des Forum 3 und die diesbezüglich erreichte Zustimmung wird mich im Leben begleiten. Die Thematik ist auf der Tagesordnung der Weltkirche und wird immer wieder aufgerufen werden. Sie lässt sich nicht mehr verschweigen." Sie sei dankbar, dass die Einrichtung einer unbefristet tätigen Kommission beschlossen worden sei, "die im Auftrag des ZdK und der DBK die Thematik Frauenordination durch Vernetzungen im weltkirchlichen Kontext weiterhin wirksam auf der Tagesordnung hält".

Für Pastoralreferent Konstantin Bischoff blieben die Ergebnisse des Synodalen Wegs in puncto Geschlechtergerechtigkeit dagegen weit hinter den aus seiner Sicht notwendigen Änderungen zurück. Der Prozess sei "zu langsam und zu zögerlich" gewesen, so habe man "lediglich kleinste Schritte anstoßen können".

Die Osnabrücker Professorin Margit Eckholt erklärt, Frauen "an der Basis" hätten sich mehr gewünscht. "Aber als Theologin weiß ich, dass das offene und angstfreie Benennen der Frage nach der Weihe von Frauen bereits ein wichtiger Schritt auf einem hoffentlich von vielen Ortskirchen weltweit weiter zu gehendem Weg ist." Außerdem sei es etwa beim Thema Frauendiakonat zu weiteren weltweiten Vernetzungen gekommen.

Theologieprofessorin Margit Eckholt bei der zweiten Synodalversammlung in Frankfurt
Bild: ©KNA/Julia Steinbrecht (Archivbild)

Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Universität Osnabrück, während der zweiten Synodalversammlung am 2. Oktober 2021 in Frankfurt.

"Noch immer werden Frauen nicht geweiht. Noch immer gibt es den Pflichtzölibat und und und ...", sagt Schwester Katharina Kluitmann. So habe der Synodale Weg die Maximalziele nicht erreicht. "Aber er hat gute Texte verabschiedet, die gelesen werden, offenbar im Ausland oft intensiver als in Deutschland." Die Texte hätten dafür gesorgt, dass Tabus gebrochen wurden: "Wir haben eine neue Kultur begonnen: Bei der ersten Sitzung wurden kritische Äußerungen immer noch eingeleitet mit 'ich weiß nicht, ob man das hier sagen darf'. Diese Formulierung ist verschwunden. Es ist Offenheit und Transparenz entstanden, Dinge wurden sagbar, den Bischöfen ins Angesicht."

"Keine wirkungsmächtigen Veränderungen"

Wolfgang Klose vom Diözesanrat der Katholiken in Berlin räumt ein, der Synodale Weg habe dazu beigetragen, Dialogfähigkeit einzuüben. "Aber wirkungsmächtige Veränderungen sind nicht gelungen", bilanziert er. Ziel des Prozesses sei gewesen, "die Ursachen des systemischen Missbrauchs, die Machtkonstellationen in unserer Kirche und die geschlechtlichen Ungerechtigkeiten anzugehen und zu verändern". Das sei nur mit zu kleinen Schritten geschehen und habe die Erwartungen vieler Menschen nicht erfüllt.

Lukas Nusser, Beauftragter von BDKJ und KjG, sieht punktuelle Verbesserungen bei der Beseitigung von Strukturen, die Machtmissbrauch in der Kirche begünstigen. Diese seien aber mehr Erfolge einzelner Engagierter, denn Erfolge der Synodalversammlung. Von der geplanten Synodalkonferenz zeigt er sich enttäuscht: Ihr tatsächlicher Einfluss sei bisher nicht erkennbar. "Unklar bleibt zudem, wie eine verbindliche und entscheidende Beteiligung junger Menschen künftig sichergestellt werden soll - obwohl gerade sie den Synodalen Weg wesentlich geprägt haben." Auch seien Laien "weiterhin von der Gunst ihres jeweiligen Ortsbischofs abhängig", weil Machtbegrenzung und Machtkontrolle durch echte Selbstbindung nicht strukturell abgesichert seien.

Betroffene unzureichend beteiligt

Norpoth, selbst kein stimmberechtigtes Mitglied der Synodalversammlung, sagte, er habe die Hoffnung gehabt, dass die Missbrauchskrise gemeinsam mit den Betroffenen bearbeitet werde - "mit struktureller Beteiligung, einer verlässlichen Regelung zur Anerkennung des Leids und einer klaren Verantwortungsübernahme der Bischöfe". Diese Hoffnung habe sich nicht erfüllt. Bis heute gebe es kein ausreichendes System der Anerkennungsleistungen: "Ein großer Teil der Zahlungen liegt bei Summen, die der Schwere der Taten nicht gerecht werden - der Großteil liegt bei 20.000 Euro, zum Teil sogar deutlich weniger." Die anhängigen Zivilklagen seien Ausdruck einer massiven Unzufriedenheit mit diesem System.

Bischof Georg Bätzing und Irme Stetter-Karp bei der letzten Sitzung des Synodalen Ausschusses in Fulda
Bild: ©KNA/Bert Bostelmann (Archivbild)

Bischof Georg Bätzing und Irme Stetter-Karp bei der letzten Sitzung des Synodalen Ausschusses in Fulda

Auch sei es ein "Webfehler des Synodalen Weges", dass Betroffene nicht strukturell und stimmberechtigt eingebunden worden seien. Immerhin sehe die Satzung der geplanten Synodalkonferenz ausdrücklich zwei Sitze vor, die vom Betroffenenbeirat bei der DBK besetzt werden können. Das befürwortet auch Mara Elijah Klein von der Uni Münster. Zudem seien die Fortschritte beim Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt eine positive Überraschung gewesen. Allerdings bleibe die Umsetzung der beschlossenen Texte bisher fast ausnahmslos hinter den Entschlüssen zurück. "Insbesondere im gegenwärtigen gesellschaftlichen Klima bin ich um das, was wir da - nicht zuletzt auch durch die Gleichzeitigkeit von #outinchurch - geleistet haben, sehr dankbar", erklärt Klein.

Zu wenig Kommunikation in die Fläche

Einige Synodale benennen in ihrer Bilanz Defizite bei Tempo und Kommunikation. Berentzen sagt, anfangs habe es an Bewusstsein für die Außenkommunikation gefehlt. Martina Kreidler-Kos, Leiterin der Abteilung Seelsorge im Bistum Osnabrück, hätte sich "mehr PR und Werbung" von Seiten der Bischöfe und Priester in Gottesdiensten und Predigten, bei Visitationen und in der Öffentlichkeit gewünscht. "Hier habe ich viel Zurückhaltung gesehen", berichtet sie.

Marcus Leitschuh ergänzt: "Die Vermittlung der Ergebnisse an die Basis, also Gemeindemitglieder und Hauptamtliche, hat schlecht funktioniert." Argumente und Ergebnisse hätten aus seiner Sicht leichter verständlich kommuniziert werden müssen. Zudem sei er enttäuscht über den Umgangston in Sozialen Medien: "Wenn Bischöfen und ehrenamtlich Aktiven das Katholischsein abgesprochen wird oder sie als Spalter bezeichnet werden, ist das faktisch falsch und unkatholisch und unchristlich im Stil."

Lernprozesse und neue Offenheit

Viele Teilnehmende berichten von unerwarteten Erfahrungen. Berentzen spricht von inspirierenden Begegnungen mit Menschen, die das Beste für die Kirche wollen und vieles dafür geben. "Viele, die sich sichtbar von der Dynamik der Gespräche haben mitnehmen lassen, haben mich angespornt, selbst offener zu werden für Veränderung in mir. Wo Krisen zu mehr Miteinander geführt haben, hatte ich manches Mal den Eindruck, mich mitten im Wirkungsfeld des Geistes Gottes zu befinden."

Arnold zeigt sich überrascht, "wie groß der Lernprozess in Reihen der Bischöfe war". Claudia Lücking-Michel hebt hervor, dass Voten oft "quer zu den jeweiligen Hintergründen stehen können": Bischöfe hätten mit Laien votiert und für Beschlüsse gekämpft und an anderer Stelle Synodale mit ganz unterschiedlichen Rollen die Arbeit des Synodalen Wegs kritisiert oder Voten angezweifelt.

Blick von oben auf die Teilnehmer bei der dritten Sitzung des Synodalen Ausschusses
Bild: ©KNA/Bert Bostelmann (Archivbild)

Blick von oben auf die Teilnehmer bei der dritten Sitzung des Synodalen Ausschusses am 13. Dezember 2024 im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden.

Eckholt sieht den Synodalen Weg als "wichtigen Schritt auf neuen Wegen des Miteinanders zwischen Bischöfen und Laien". Menschen aus ganz unterschiedlichen kirchlichen Kontexten seien unterwegs zusammengewachsen. Und Kreidler-Kos berichtet, in sechs Jahren seien Freundschaften entstanden und auch der Austausch mit Bischöfen sei zwanglos möglich geworden. "Wirklich überrascht hat mich der hohe Arbeitseinsatz der Synodalinnen und Beraterinnen. Hier wurde in unzähligen Arbeitsstunden unermüdlich und mit hoher innerer Beteiligung an der Zukunft der Kirche gearbeitet."

"Deutscher Sonderweg" und Konflikt mit Rom

Nachdem der Synodale Weg oft als "deutscher Sonderweg" kritisiert worden war, hat Eckholt oft in internationalen Kontexten über die Themen des Prozesses gesprochen. Im Rahmen der Weltsynode habe sich dann für sie bestätigt: "Der Synodale Weg war und ist kein 'Sonderweg', sondern das von der Weltkirche mitgetragene synodale Projekt einer Ortskirche."

Internationale Irritationen über den deutschen Reformprozess sieht Arnold sportlich: "Der Synodale Weg hat es geschafft, dass ein Papst ein Motivations- und Kritikschreiben zugleich an alle Gläubigen in Deutschland schreibt und anschließend einen parallelen Prozess auf weltkirchlicher Ebene aufsetzt."

Dass es der Synodalversammlung nach innen nicht gelungen sei, Texte und Positionen zu entwickeln, bei denen sie möglichst alle mitnimmt, schmerze ihn, erklärt Arnold. So hoffe er, "dass auf beiden Seiten die Vertreter verbal abrüsten und wir den künftigen Weg der Kirche in Deutschland erhobenen Hauptes mit den Bischöfen von Regensburg, Köln und Passau gehen".

Klein betont bezüglich der Distanzierung einzelner Bischöfe vom Synodalen Weg einen anderen Aspekt: Einzelnen Amtsträgern sei es möglich, "die Teilnahme an gemeinsamen Aufarbeitungs- und Entscheidungsfindungsprozessen eigenmächtig zu blockieren und damit auch die Menschen in ihren Diözesen ins Abseits zu stellen".

Ausblick: Synodalkonferenz als Prüfstein

Mit Blick auf die Zukunft verbindet die Mehrheit der Synodalen große Hoffnungen mit der Synodalkonferenz. Andrea Heim sieht die institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen Bischöfen und Laien als Erfolg des Synodalen Weges: "Dahinter können wir nicht mehr zurück und das ist gut."

Mara Klein im Gespräch mit Bischof Peter Kohlgraf
Bild: ©KNA/Angelika Zinzow (Archivbild)

Peter Kohlgraf (r.), Bischof von Mainz, im Gespräch mit Mara Klein (l.), beide Mitglieder der Präsidiums des Synodalen Ausschusses, während der zweiten Sitzung beim Synodalen Ausschuss, am 14. Juni 2024 in Mainz.

Davon, dass dieses neue Gremium im November erstmalig zusammentreten wird, gehen die Synodalen aus - obwohl die Zustimmung der Bischofskonferenz zu seiner Satzung noch aussteht, ebenso wie eine Bestätigung aus Rom. Schließlich habe es dazu vielfältige Vorgespräche und Abstimmungen gegeben, sagt Lücking-Michel.

Klingberg betont: "Sechs Jahre Engagement und Einsatz für die Zukunft der Kirche und die Nicht-Einrichtung der Synodalkonferenz - ich will mir nicht vorstellen, dass das alles vernichtet wird." Aus ihrer Sicht wären die Auswirkungen fatal: Die Austrittszahlen würden steigen. Auch Norpoth warnt: Ein Stopp wäre "ein fatales Signal - insbesondere gegenüber den Betroffenen".

Struktur- und Haltungsänderungen

Maria Flachsbarth vom KDFB sagt, ob der Synodale Weg ein Erfolg wird, werde die Zukunft erweisen: "Wird die Kirche in Deutschland synodaler sein, werden Kleriker und Lai:innen wirklich geschwisterlich miteinander umgehen, werden Frauen und LGBTQ-Personen selbstverständlich und gleichberechtigt in der Mitte von Gemeinden akzeptiert, wird das Evangelium für Außenstehende wieder attraktiv, weil man Christ:innen die Lebens-Freude und -Kraft aus dem Glauben anmerkt?" Die Kirche in Deutschland bleibe auf dem Synodalen Weg zu diesem Ziel.

Norpoth sieht es als positives Zeichen, "dass es Bischöfe gibt, die römischen Druck aushalten, an Aufarbeitung, Prävention und Reformen festhalten und sich klar hinter Betroffene stellen". Doch die Zeitfenster würden kleiner: "Entweder Kirche gestaltet jetzt gemeinsam mit Betroffenen eine neue Phase der Überwindung des Missbrauchs - oder sie wird von Gerichten und der öffentlichen Meinung dorthin gezwungen." Unabhängig davon, ob sie persönlich in der Synodalkonferenz mitarbeiten werden, teilen viele die Überzeugung, dass sich der Erfolg des Synodalen Weges nicht an Papieren messen wird, sondern daran, ob sich Strukturen, Kultur und Haltungen konkret verändern - in Diözesen, Pfarreien und im kirchlichen Alltag.

Von Lisa Maria Plesker (KNA)