Kohlgraf: Synodalkonferenz mit Schwerpunkt auf Glaubensweitergabe
Bei der geplanten Synodalkonferenz in Deutschland möchte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf den thematischen Horizont weiten. Es werde darum gehen, "sich auch Fragen der Glaubensweitergabe und Evangelisierung zu stellen", sagte der Bischof bei der Mainzer Veranstaltung "Eine Kirche, viele Wege", wie das Bistum am Wochenende mitteilte. Er hoffe, dass sich Formen finden, "die einladender sind für viele verschiedene theologische Positionen".
Die Synodalkonferenz wurde konzipiert zur Fortführung des Reformprojekts der Kirche in Deutschland, Synodaler Weg. Das Gremium muss noch von der Deutschen Bischofskonferenz und vom Vatikan bestätigt werden. Synodalität sei etwas anderes als ein parlamentarisches Miteinander auf der Suche nach Mehrheiten, erklärte Kohlgraf: "Es geht darum, wie wir gemeinsam das Reich Gottes umsetzen können – nicht darum, wie ich meinen Kopf durchsetzen kann." Zudem brauche eine Umsetzung der Beschlüsse des Synodalen Wegs auf Bistumsebene Zeit. Dabei gehe es "in erster Linie um eine Haltungsänderung. Und diese Haltung muss eingeübt werden; die ändert sich nicht einfach durch ein Dekret."
Junge Menschen und Frauen mehr einbeziehen
Außer Kohlgraf sprach bei der Veranstaltung die Missionsärztliche Schwester Birgit Weiler, die an der Jesuitenuniversität in Lima (Peru) unterrichtet. Für die Kirche in Lateinamerika sei das Signal von Papst Franziskus (2013-2025) von besonderer Bedeutung, dass alle zur Mitverantwortung befähigt seien. "Synodalität braucht ein Miteinander auf dem Weg, um dem Individualismus in Lateinamerika entgegenzuwirken – im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung für das Gemeinwohl."
Dies betreffe insbesondere junge Menschen und Frauen, fügte die Theologin hinzu; und: "Ohne Frauen ist in Amazonien keine Kirche zu machen." In dieser Hinsicht hätten Prozesse innerhalb der katholischen Kirche "noch viel Luft nach oben". (KNA)
