Bischöfe fordern Entschuldigung von Trump für rassistisches Obama-Meme
Zwei Bischöfe in den USA fordern US-Präsident Donald Trump auf, sich für das Posten eines rassistischen Memes in den sozialen Medien zu entschuldigen. Das Meme stellt den ehemaligen Präsidenten Barack Obama und die ehemalige First Lady Michelle Obama als Affen dar. Der Kardinal von Chicago, Blase Cupich, und der Erzbischof von Detroit, Edward Weisenburger, veröffentlichten dazu laut dem Portal "National Catholic Reporter" am Montag (Ortszeit) Erklärungen, in denen sie die Äußerungen eines Sprechers des Weißen Hauses kritisierten. Dieser hatte die Kritik an dem Meme als "falsche Empörung" der Medien bezeichnet.
"Unser Schock ist real. Ebenso unsere Empörung. Nichts weniger als eine eindeutige Entschuldigung – an die Nation und an die erniedrigten Personen – ist akzeptabel", sagte Cupich in seiner Erklärung. Weisenburger forderte Trump auf, "eine öffentliche Entschuldigung mit voller Verantwortung abzugeben". Es sei sehr beunruhigend, dass der Präsident der Vereinigten Staaten oder seine Mitarbeiter "rassistische Memes als humorvolle oder angemessene Ausdrucksformen politischen Diskurses ansieht". Dies müsse in den strengsten Worten verurteilt werden.
Erst verteidigt, dann gelöscht
Auf Trumps Social-Media-Account auf seiner Plattform "Truth Social" war am Donnerstag eine kurze Animation erschienen, in der die Köpfe von Barack und Michelle Obama auf die Körper von Affen montiert waren. Der Auszug stammt aus einem längeren Video über den angeblichen Diebstahl der Präsidentschaftswahl 2020, die der damalige Amtsinhaber Trump gegen den Demokraten Joe Biden verloren hatte. Das Weiße Haus verteidigte das Video zunächst, später wurde es nach Protesten von Demokraten und Republikanern gelöscht. Gegenüber Journalisten sagte Trump, er habe nur den ersten Teil des Videos gesehen und nicht die rassistische Szene. Eine Entschuldigung verweigerte er, da er keinen Fehler gemacht habe.
Kardinal Cupich sagte dazu: "Wenn der Präsident absichtlich die Botschaft mit bösartig rassistischen Bildern genehmigt hat, sollte er es zugeben." Sollte er über den Inhalt nicht im Bilde gewesen sein, müsse er zumindest erklären, warum er seinen Mitarbeitern erlaubt habe, den öffentlichen Aufschrei als falsche Empörung zu bezeichnen. (KNA)
