Weg für Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen nun wohl frei

Der Ende 2019 gestoppten Seligsprechung des amerikanischen Erzbischofs Fulton John Sheen (1895–1979) steht offenbar nichts mehr im Wege. Wie das US-Bistum Peoria (Illinois) am Montag bekanntgab, hat der Heilige Stuhl den Bischof darüber informiert, dass "der Fall des ehrwürdigen Dieners Gottes, Erzbischof Fulton J. Sheen, zur Seligsprechung führen kann". Der nächste Schritt sei nun die Feier der Seligsprechung, sagte Bischof Louis Tylka.
Die ursprünglich für Dezember 2019 angesetzte Seligsprechung war auf Bitten einiger US-Bischöfe ausgesetzt worden. Das US-Portal "The Pillar" berichtet, das Insolvenzverfahren des Bistums Rochester habe den Seligsprechungsprozess gebremst. Ein weiterer Grund für den vorläufigen Stopp der Seligsprechung könnten mögliche Vorwürfe der Vertuschung von Missbrauch aus Sheens Zeit als Bischof in New York gewesen sein. Laut "The Pillar" sind in den Akten des News Yorker Generalstaatsanwalts keine neuen oder ungelösten Vorwürfe gegen Sheen zu finden.
"Wir arbeiten mit dem Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Vatikan zusammen, um die Details für die bevorstehende Seligsprechung festzulegen", so Bischof Tylka weiter. Man wolle das Datum und Details zur Seligsprechungsfeier bald veröffentlichen. "The Pillar" berichtet mit Verweis auf Quellen, die Beteiligten am Verfahren nahestehen, dass eine Seligsprechung im September wahrscheinlich sei.
Tylka: Sheen wird "Segen für die Kirche"
Bei einer Seligsprechung stellt die katholische Kirche nach einem mehrjährigen Untersuchungsverfahren durch das Urteil des Papstes fest, dass ein Mensch beispielhaft aus seinem christlichen Glauben gelebt hat. Diese Person kann dann etwa in einer bestimmten Region als Vorbild und Fürsprecher bei Gott verehrt werden. Wichtig ist, dass ein Wunder oder der Märtyrertod der Person nachgewiesen werden, Tugendhaftigkeit und der "Ruf der Heiligkeit" – es muss also festgestellt werden, dass die Person von vielen Menschen als heilig angesehen wird. Sheen wurde 2012 von Papst Benedikt XVI. für verehrungswürdig erklärt. Mitte 2019 hatte Papst Franziskus ein auf Fürsprache Sheens gewirktes Wunder anerkannt.
Sheen gewann breite Popularität durch die ab 1930 ausgestrahlte wöchentliche Radiosendung "The Catholic Hour", später auch mit dem TV-Programm "Live Is Worth Living" (1952–1957). Zweimal wurde der Prediger mit dem "Emmy Award" ausgezeichnet. Bischof Tylka würdigte ihn als "eine der größten Stimmen der Evangelisierung in der Kirche und in der Welt im 20 Jahrhundert".
Auch nach seiner Ernennung zum Weihbischof hatte Sheen seine Medienaktivität fortgesetzt. Von 1966 bis zu seiner Emeritierung 1969 leitete er das Bistum Rochester. Nach seinem Rücktritt wurde er zum Erzbischof ernannt. Sheen habe den Menschen gezeigt, "dass die Kirche für alle Menschen bestimmt ist", sagte Tylka. Er werde "ein besonderer Segen für die Kirche in den Vereinigten Staaten sein, wo er ein mächtiger Verkünder des Evangeliums in Radio, Fernsehen und bei persönlichen Auftritten war". (KNA)