Piusbrüder wollen schnell über Vatikan-Dialogangebot entscheiden

Die Piusbruderschaft kündigt eine schnelle Entscheidung darüber an, ob sie das Dialogangebot des Vatikans annimmt und auf weitere unerlaubte Bischofsweihen verzichtet. Nach dem Glaubensdikasterium hat auch das Generalhaus der Gemeinschaft am Donnerstag eine Erklärung zum Gespräch zwischen Glaubenspräfekt Víctor Manuel Fernández und dem Piusbruder-Generaloberen Davide Pagliarani veröffentlicht. Pagliarini werde den Vorschlag für den Dialogprozess den Mitgliedern seines Rates vorlegen und sich die nötige Zeit für die Prüfung nehmen. Eine Antwort stellte er "in einigen Tagen" in Aussicht.
Über die Inhalte des Gesprächs hinaus, die bereits aus dem Kommuniqué des Glaubensdikasteriums bekannt waren, ergänzte die Piusbruderschaft noch eine klare Aussage von Fernández zur Verbindlichkeit der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils: Im Gespräch habe der Glaubenspräfekt deutlich gemacht, "dass man zwar über das Konzil diskutieren könne, dessen Texte jedoch nicht korrigieren dürfe".
Generaloberer will Papst treffen
Pagliarini habe Fernández die "spirituelle Notlage" erläutert, die die Piusbruderschaft als Grund für die Weihen neuer Bischöfe heranzieht. Das Gespräch habe in einer "herzlichen und offenen Atmosphäre" stattgefunden. Erneut sei seitens der Piusbruderschaft der Wunsch geäußert worden, den Papst persönlich zu treffen.
In ihrer Stellungnahme geht die Piusbruderschaft nicht auf die deutliche Warnung von Fernández ein, der im Kommuniqué des Glaubensdikasteriums betonte, dass eine neuerliche Bischofsweihe ohne päpstliches Mandat "einen entscheidenden Bruch der kirchlichen Gemeinschaft (Schisma) mit schwerwiegenden Konsequenzen für die Bruderschaft in ihrer Gesamtheit" bedeuten würde.
Der Generalobere hatte Anfang Februar angekündigt, dass die Piusbruderschaft neue Bischöfe weihen will, um ihren Fortbestand zu sichern. Nur mit Bischöfen kann sie neue Diakone und Priester weihen. Von den vier 1988 durch Lefebvre geweihten Bischöfen leben noch zwei. Beide gehen auf die 70 Jahre zu. Nähere Details zur Anzahl und Person der neuen Bischöfe gibt es noch nicht; erste Medienberichte rechnen unter Berufung auf interne Quellen mit fünf neuen Bischöfen. Die Weihe von Bischöfen ohne Erlaubnis des Papstes ist eine kanonische Straftat, die mit der Tatstrafe der Exkommunikation für die Spender und Empfänger der Weihen belegt ist. (fxn)