Ziel: eine volle Aussöhnung?
Nach Gesprächen von Vatikan und Piusbrüdern unterscheiden sich die Presseerklärungen

Ziel: eine volle Aussöhnung?

Lange Zeit lag das Thema Piusbrüder auf Eis – jedenfalls auf oberster Ebene im Vatikan. Nun ist wieder Bewegung in die Gespräche mit der traditionalistischen Priesterbruderschaft gekommen: Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, traf am Dienstag im Vatikan mit dem Generaloberen Bernard Fellay zusammen. Beide Seiten veröffentlichten Pressemitteilungen zu der zweistündigen Unterredung, die jedoch nicht dasselbe aussagten.
Mitglieder der traditionalistischen Piusbruderschaft bei einem Gottesdienst.
Erstes Treffen von Kardinal Müller mit Piusbrüder-Oberem

Gespräch geplant

Kommt wieder Bewegung in die Einigungsbemühungen zwischen dem Vatikan und den Piusbrüdern? Vatikansprecher Federico Lombardi bestätigte am Donnerstag eine Mitteilung der traditionalistischen "Priesterbruderschaft St. Pius X.", ihr Oberer Bernard Fellay werde demnächst in Rom zu einem informellen Treffen mit Kardinal Gerhard Ludwig Müller zusammenkommen. Ein genauer Termin für diese erste Begegnung der beiden - im Gespräch war der 21. September - wurde nicht genannt.
Ein konservativer Rebell
Was Erzbischof Marcel Lefebvre bewegte

Ein konservativer Rebell

Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), der Gründer der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X., ist für seine Anhänger bis heute eine Ikone des konservativen Widerstands gegen die "modernistischen" Reformen in der katholischen Kirche. Von den Tagen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), bei dem er zur kleinen Minderheit der Reformgegner zählte, bis zu seinem Bruch mit dem Vatikan 1988 war der Franzose Wortführer all jener, die am alten Ritus der Messfeier festhalten und eine Anpassung an die Moderne verhindern wollten.
Zementierung der Spaltung
Piusbrüder begehen 25 Jahre Trennung von Rom

Zementierung der Spaltung

Zum 25. Jahrestag der Trennung von Rom hat sich die traditionalistische Piusbruderschaft deutlich vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) distanziert. "Die Gründe für die schweren Irrtümer, die die Kirche derzeit zu zerstören im Begriff sind, liegen nicht in einer falschen Interpretation der Konzilstexte", sondern "in den Texten selbst, und zwar aufgrund der hanebüchenen Ausrichtung" des Konzils, heißt es in einem Dokument, das die drei verbliebenen Bischöfe der Bruderschaft am Donnerstag in Econe/Schweiz unterzeichneten.
Die traditionalistische Piusbruderschaft zelebriert die Messe nach dem alten Ritus.
Ein schwieriges Erbe für den künftigen Papst

Neue Chance für die Piusbrüder?

Im Strudel der Ereignisse um den Papstrücktritt ist ein lange angekündigter Termin für eine wichtige kirchenpolitische Entscheidung in den Hintergrund geraten. Bis zum vergangenen Freitag (22. Februar) hatte der Vatikan der Piusbruderschaft eine Frist gesetzt, um eine definitive Stellungnahme zu einem Lehrschreiben der Glaubenskongregation abzugeben, um eine Wiederherstellung der Einheit mit der Kirche erreichen zu können.