Anpassungen im ursprünglichen Baukonzept nötig

Bau der Schweizergarde-Kaserne verzögert sich – Kosten steigen

Veröffentlicht am 19.02.2026 um 12:21 Uhr – Lesedauer: 

Basel/Vatikanstadt ‐ 27,5 Millionen Euro mehr: Der Neubau der Kaserne für die Schweizergarde im Vatikan verzögert sich wegen stark gestiegener Kosten. Spender werden dringend gesucht – unter anderem in Deutschland.

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Der geplante Neubau der Kaserne für die Schweizergarde im Vatikan verzögert sich weiter. Die Kasernenstiftung Päpstliche Schweizergarde erklärte das am Mittwoch mit Kostengründen: Anstelle der ursprünglich veranschlagten 49,3 Millionen Euro seien nun etwa 27,5 weitere Millionen erforderlich. Sie teilte mit, der Heilige Stuhl habe im Januar die Baubewilligung erteilt. Doch müsse jetzt erst die Finanzierung gesichert werden. Dazu will man Geld unter anderem auch in Deutschland sammeln.

Als Grund für den Kostenanstieg nennt die Kasernenstiftung vor allem den Anstieg der Baupreise in Rom (plus 12 Millionen Euro) und nötig gewordene zusätzliche Rückstellungen. Zudem habe das ursprünglich geplante Projekt in Teilen angepasst werden müssen, was zu einer weiteren Kostensteigerung von fast 9,8 Millionen Euro geführt habe. Die Italien zugewandte Fassade der Kaserne soll demnach erhalten bleiben. Diese Entscheidung verursache Zusatzkosten und verzögere die Bauzeit. Fundamente der Gebäude müssten verstärkt und die Kanalisation renoviert werden.

Mehr Doppelzimmer und Beton

Um Kosten zu sparen, gebe es zwei Anpassungen im ursprünglichen Baukonzept: Statt Einzelzimmern soll es Doppelzimmer für unverheiratete Gardisten geben. Außerdem solle statt des im Vatikan üblichen Baustoffs Travertin für die Böden der billigere Baustoff Beton gewählt werden. Bisher hatte die Stiftung 49 Millionen Euro vom Bund, den Kantonen, Stiftungen, katholischen Körperschaften, Privatpersonen und Firmen in Form von Spenden und Spendenzusagen gesammelt. Vor allem die Schweizer Kantone hatten sich weniger als von der Stiftung erhofft an dem Vorhaben beteiligt.

Nun startet sie eine weitere Spendenkampagne in der Schweiz. Zudem will sie auch in Deutschland, Frankreich, Italien und den USA um Spenden bitten, um die Zusatzkosten zu decken. Die Stiftung hofft, die nötigen Finanzmittel bis Ende des Jahres zu erhalten, um 2027 mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Die Stiftung sammelt seit 2016 Geld für die Renovierung beziehungsweise den Neubau der in die Jahre gekommenen Dienstgebäude der Schweizergardisten. Deren Hauptaufgabe ist es, für die Sicherheit des Papstes zu sorgen – im Vatikan und auf Reisen. (KNA)