Nach Parteitagsbeschluss

BDKJ widerspricht CDU: Keine pauschalen Handyverbote

Veröffentlicht am 22.02.2026 um 08:34 Uhr – Lesedauer: 

Stuttgart/Düsseldorf ‐ Sollen Kinder und Jugendliche erst ab einem gewissen Alter Zugang zu Sozialen Medien haben? Die Debatte darüber haben Beschlüsse auf dem CDU-Parteitag befeuert. Jetzt widerspricht der BDKJ und mahnt die Politik.

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In der Debatte über gesetzliche Einschränkungen beim Zugang zu Sozialen Medien und der Handynutzung für Kinder und Jugendliche warnt der katholische Jugenddachverband BDKJ vor pauschalen Verboten. Diese würden dazu führen," dass junge Menschen von gesellschaftlicher und demokratischer Teilhabe ausgeschlossen werden", sagte der BDKJ-Bundesvorsitzende Henner Gädtke am Samstagabend in Düsseldorf.

Stattdessen brauche es einen kinderrechtsbasierten Ansatz, "der Schutz, Befähigung und Teilhabe gemeinsam in den Blick nimmt", so Gädtke. Der BDKJ-Bundesvorsitzende forderte "wirksame politische Rahmenbedingungen, die Plattformen in die Pflicht nehmen und junge Menschen stärken". Dazu gehörten altersgerechte Voreinstellungen, weniger manipulative Mechanismen und klare Schutzstandards.

Außerdem müssten junge Menschen verbindlich an politischen Entscheidungen über digitale Räume beteiligt werden. "Wenn über Regeln für ihre Lebenswelt entschieden wird, müssen sie mitreden können", so der Jugenddachverband.

CDU für Verbote

Zuvor hatte sich die CDU auf ihrem Bundesparteitag in Stuttgart für Handyverbotszonen an Schulen und ein Social Media-Verbot für Kinder bis 14 Jahre ausgesprochen. Auch die SPD befürwortet einen solchen Schritt.

Die aktuellen Vorschläge zeigten, dass es ein wachsendes Problembewusstsein für Suchtmechanismen, psychische Belastungen und Desinformation gebe, kommentierte BDKJ-Vertreterin Lisa Quarch. "Aber wir brauchen Lösungen, die Kinderschutz und Kinderrechte zusammenbringen. Wer nur verbietet, ohne Plattformmacht zu regulieren und Medienbildung auszubauen, greift zu kurz", betonte Quarch. "Wir rufen daher die SPD und CDU sowie alle weiteren Parteien dazu auf, die Debatte an den Rechten und Lebensrealitäten junger Menschen auszurichten und gemeinsam mit ihnen tragfähige, wirksame und gerechte Regelungen für digitale Räume zu entwickeln." (KNA)