"Wir sind Kirche" begrüßt Beschlüsse der Bischöfe

Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" begrüßt die Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zu Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Angesichts der anstehenden Wahlen seien diese von besonderer Bedeutung, erklärte die Gruppierung am Mittwoch. Trotz sinkender Mitgliederzahlen und rückläufiger Kirchensteuereinnahmen müsse kirchliches Leben weiterhin flächendeckend möglich bleiben.
Unabhängig davon seien die deutschen Bischöfe gefordert, kurzfristig konkrete Reformen umzusetzen. Ohne diese werde die Vision einer synodalen Kirche nicht glaubwürdig bleiben, hieß es mit Verweis auf das Abschlussdokument der Weltsynode. Hinsichtlich der Umsetzung gebe es in allen Diözesen noch viel zu tun. Der Reformprozess Synodaler Weg in Deutschland habe laut "Wir sind Kirche" wichtige Vorarbeiten geleistet, etwa bei Laienpredigt, Tauferlaubnis und Eheassistenz, die auch in den weltkirchklichen Reformprozess Weltsynode eingeflossen seien.
Keine weitere Verzögerung
Zudem habe die Bewegung den Vatikan aufgefordert, der Satzung der künftigen Synodalkonferenz zeitnah zuzustimmen. Nach den langwierigen Verhandlungen und der Berücksichtigung aller römischen Einwände sei eine weitere Verzögerung nicht zu rechtfertigen.
Neben der "Frauenfrage" bleibe auch die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt eine Daueraufgabe, der sich die Bischöfe mit noch größerer Konsequenz und Transparenz stellen müssten. "Alle Bischöfe müssen bereit sein, sich an gemeinsam mit Laien getroffene Entscheidungen zu halten", heißt es weiter. Synodalität dürfe kein Feigenblatt bleiben, sondern müsse reale Mitverantwortung und geteilte Entscheidungsgewalt ermöglichen. (KNA)