Hirtenwort zur Fastenzeit

Erzbischof Gössl: "Alles bleibt wie immer" ist leeres Versprechen

Veröffentlicht am 01.03.2026 um 08:45 Uhr – Lesedauer: 

Bamberg ‐ Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl warnt die politischen Parteien vor leeren Wahlversprechen und fordert Mut zu Veränderungen in Politik und Kirche. Die aktuelle Fastenzeit sei eine gute Gelegenheit zur Reflexion.

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Parteien, die behaupten, dass mit ihnen alles so bleibt wie immer, machen leere Versprechen – davon ist der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl überzeugt. "In einer sich verändernden Welt braucht es auch die Bereitschaft, sich zu bewegen", schreibt Gössl in seinem Hirtenwort zur Fastenzeit. Dieses sollte in den Sonntagsmessen in allen Pfarreien des Erzbistums verlesen werden.

Manchen mache das Angst, so der Erzbischof. "In einer Welt und in einer Kirche, in denen so viel Vertrautes sich auflöst und verloren geht, fühlen sich Menschen zunehmend verunsichert." Der christliche Glaube könne aber Mut machen. Denn Gott gehe mit. Mit seinem Segen könne man auch heute Veränderungen gestalten und neue Wege und Zugänge zu den Menschen entdecken.

Diese Umbrüche könnten schmerzhaft sein, so Gössl. Auch die Kirche müsse manches loslassen - etwa Besitz, Gebäude, Stellen und gewohnte Zeiten und Orte für Gottesdienste. Das könne aber auch eine Chance sein: "Menschen können entdecken, dass die persönliche Beziehung zum Herrn das tragende Fundament unseres Lebens als Kirche ist, nicht die Hütten, die wir bauen, nicht die Gemeindehäuser und noch nicht einmal unbedingt all die Kirchengebäude." Die Fastenzeit könne aufzeigen, dass nicht die Steigerung von Besitz glücklich mache, sondern das Teilen von Zeit, Geld und Möglichkeiten. (KNA)