Papst Leo XIV.: Kirche ist ein "gut organisierter Organismus"
Papst Leo XIV. hat die Kirche als einen "gut organisierten Organismus" beschrieben. Darin lebten die menschliche und die göttliche Dimension ohne Trennung und ohne Vermischung zusammen, so das Kirchenoberhaupt am Mittwoch auf dem Petersplatz. Das Menschliche sei in der Gemeinschaft von Männern und Frauen, die Freude und Mühen des Christseins mit ihren Vorzügen und Fehlern teilen, sofort erkennbar.
Die göttliche Dimension der Kirche zeige sich hingegen nicht in einer idealen Vollkommenheit oder einer spirituellen Überlegenheit ihrer Mitglieder, erklärte Leo XIV. Entscheidend sei die Tatsache, dass die Kirche aus dem Liebesplan Gottes für die Menschheit hervorgehe. Beide ergänzten sich harmonisch. Und gerade durch ihre Mitglieder und ihre begrenzten irdischen Aspekte offenbarten sich auch die Gegenwart Christi und sein Heilswirken. Dazu gehöre auch die Nächstenliebe, in der die Gegenwart Jesu in der Welt erfahrbar sei.
In seinen Generalaudienzen beschäftigt sich der Papst derzeit mit den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965), das vor 60 Jahren endete. Inhalt seiner aktuellen Ausführungen war die dogmatische Konstitution "Lumen gentium" von 1964, die das Selbstverständnis der römisch-katholischen Kirche neu formulierte: Sie definiert sich als Gemeinschaft der Gläubigen, als "Volk Gottes" auf dem Weg durch die Zeit. In dieser ständig zu reformierenden Kirche wird ein "gemeinsames Priestertum" aller Gläubigen betont, das bei Priestern und Laien in unterschiedlichen Formen verwirklicht wird. (KNA)
