Gruppe will neue Kirchenleiterin nicht anerkennen

Konservative Anglikaner suchen Gegenkandidaten zu Sarah Mullally

Veröffentlicht am 05.03.2026 um 12:03 Uhr – Lesedauer: 

Abuja ‐ Die Gruppe der konservativen Anglikaner möchte einen eigenen Vorsitzenden für die anglikanische Kirche wählen. Damit stellt sie sich auch offiziell gegen Bischöfin Sarah Mullally – und schlägt eine neue Richtung in der Kirche ein.

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Bei einem Treffen einer Gruppe konservativer Anglikaner soll ein eigener Vorsitzender für die anglikanische Gemeinschaft gewählt werden. Die Wahl solle am Freitag in Abuja (Nigeria) stattfinden, berichtet der "Catholic Herald" am Mittwoch. Die Global Fellowship of Confessing Anglicans (GAFCON) stelle sich damit gegen Bischöfin Sarah Mullally (Foto oben), die in wenigen Wochen ihr Amt als Erzbischöfin von Canterbury und damit Leiterin der anglikanischen Kirche antreten soll. Sie ist die erste Frau in diesem Amt.

Bereits im Oktober 2025 erklärte der Vorsitzende der GAFCON, Laurent Mbanda, dass die Bewegung eine neue Führungsperson wählen und die Erzbischöfin von Canterbury nicht anerkennen wolle. Damit zeige die anglikanische Gemeinschaft eine offene Spaltung in eine konservative und progressive Fraktion, erklärt der ehemalige anglikanische Bischof Gavin Ashenden.

Die GAFCON gründete sich 2008 als Bewegung innerhalb der anglikanischen Kirche und besteht vor allem aus Teilkirchen aus dem Globalen Süden und Nordamerika. Die Gruppe, die einen Großteil der gesamten anglikanischen Kirche repräsentiert, kritisiert eine von ihr wahrgenommene Loslösung der Kirche von biblischen Prinzipien, zum Beispiel die Einführung von Frauen als Bischöfin. Auch der Schritt der Episcopal Church, gleichgeschlechtliche Ehen zu erlauben, und der inzwischen abgelehnte Vorschlag der Church of England, homosexuelle Partnerschaften segnen zu können, wurden stark kritisiert. Einige Mitglieder der GAFCON haben sich formell von der anglikanischen Kirche in Canterbury getrennt. (ayo)