Gewalt ist "Quelle großen Leids"

Papst fordert: Null Toleranz gegen Gewalt an Frauen

Veröffentlicht am 08.03.2026 um 13:51 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Wiederholt hat das Oberhaupt der katholischen Kirche Gewalt an Frauen verurteilt. Für eine nachhaltige Veränderung sei ein Mentalitätswandel erforderlich, bekräftigt er zum Weltfrauentag.

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Papst Leo XIV. hat Übergriffe gegen Frauen erneut verurteilt und zu mutigem Handeln aufgefordert. "Wir dürfen einen Akt der Gewalt niemals unterschätzen und dürfen keine Angst haben, Gewalt anzuzeigen", heißt es in seiner Antwort auf die Frage einer Leserin in der Zeitschrift "Piazza San Pietro", die zum Weltfrauentag veröffentlicht wurde. Auch erteilt er "Rechtfertigungen, die die Verantwortung herunterspielen oder leugnen", eine Absage.

Gewalt in Beziehungen – vor allem die Gewalt gegen Frauen – sei ein "großes Problem" und eine "Quelle großen Leids", so Leo. Frauen seien Protagonistinnen und Schöpferinnen einer Kultur der Fürsorge und der Geschwisterlichkeit, die unverzichtbar sei, um der Menschheit Zukunft und Würde zu geben. Vielleicht würden sie gerade deshalb angegriffen und sogar getötet, weil sie auf wichtige Werte aufmerksam machten: Glaube, Freiheit, Gleichheit, Schöpfungskraft, Hoffnung, Solidarität und Gerechtigkeit. Dadurch seien sie "Zeichen des Widerspruchs in dieser verwirrten, unsicheren und gewalttätigen Gesellschaft".

"Zahlreiche Fälle von Frauenmorden"

Diese großen Werte würden von einer gefährlichen Mentalität bekämpft, die Beziehungen vergifte und Egoismus, Vorurteile, Diskriminierung und einen Willen zur Vorherrschaft hervorbringe, erklärte der Papst. Ein solches Verhalten führe oft zu Gewalt, "wie leider die zahlreichen Fälle von Frauenmorden in jüngster Zeit zeigen". Insbesondere in Italien herrscht große öffentliche Aufmerksamkeit bei diesem Thema.

Die Kirche könne Projekte zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen vorantreiben und damit eine Kultur des Respekts fördern, bekräftigte Leo XIV. "Wir müssen diese Gewalt beseitigen und Wege finden, die Denkweise der Menschen zu verändern." Schon bei der Erziehung gelte es, ein Bewusstsein für die Würde jedes Menschen zu schaffen.

Anlässlich des Internationalen Frauentags an diesem Sonntag erinnerte der Papst an die schwierige Situation vieler Mädchen und Frauen weltweit. "Lasst uns unser christliches Bekenntnis zur Anerkennung der gleichen Würde von Mann und Frau erneuern, das auf dem Evangelium gründet", so der Papst. Leider würden viele Frauen noch immer von Kindheit an diskriminiert – auch durch verschiedene Formen von Gewalt: "Ihnen gelten meine Solidarität und meine Gebete in besonderer Weise."

Warnung vor Ausbreitungs des Iran-Kriegs

In Zusammenhang mit dem Iran-Krieg hatte Leo XIV. vor einer Ausweitung gewarnt. Von dort und dem gesamten Nahen Osten kämen weiterhin bestürzende Berichte über Gewalt, Verwüstungen und ein Klima von Hass und Angst, sagte er. "Es besteht auch die Befürchtung, dass sich der Konflikt ausbreitet und andere Länder der Region, darunter unser geliebter Libanon, erneut in die Krise stürzen könnten", so der Papst, der den Libanon Anfang Dezember besucht hatte.

"Wir erheben demütig unser Gebet zum Herrn, dass das Dröhnen der Bomben verstumme, die Waffen schweigen und sich ein Raum für Dialog öffne, in dem die Stimmen der Menschen Gehör finden", sagte Leo XIV. vor Tausenden Menschen beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. (mtr/KNA)