"Das fände ich nun unfair..."

Sorgen wegen Kölner-Dom-Eintritt – 12 bis 15 Euro im Gespräch

Veröffentlicht am 09.03.2026 um 12:10 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Viele Jahre war sie Dombaumeisterin in Köln, heute leitet sie den Zentral-Dombau-Verein: Barbara Schock-Werner kennt den Kölner Dom wie ihre Westentasche. Das geplante Eintrittsgeld lehnt sie ab.

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Die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hofft, dass das Eintrittsgeld für den Kölner Dom unter 10 Euro bleibt. "Was ich höre, sind Beträge um die 12 bis 15 Euro. Das fände ich nun unfair gegenüber den Kölnerinnen und Kölnern sowie den Menschen aus der Region", sagte sie im Interview des "Kölner Stadt-Anzeigers".

Es sei "sehr, sehr bedauerlich", dass Deutschlands bekannteste Kirche demnächst Eintritt für Touristinnen und Touristen verlangt. "Es muss auch nicht-kommerzielle Räume geben. Man sollte nicht für alles bezahlen müssen – am wenigsten für den Besuch in der Kirche", sagte Schock-Werner, die heute den Zentral-Dombau-Verein leitet. Viele Menschen kämen immer wieder in den Dom, sobald sie Köln besuchen. Diese "Dombesucher mit Herzblut" würden durch eine Zugangsgebühr abgeschreckt.

Extra-Bereiche für Betende

Dompropst Guido Assmann hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass der Dom ab der zweiten Jahreshälfte eine Zugangsgebühr für Touristen erhebt. Wer zum Gottesdienstbesuch oder zum Gebet in die Kathedrale kommt, soll dies aber weiter kostenfrei tun können. Dafür wird es laut Assmann gesonderte Bereiche geben.

Den Kölner Dom besuchen jedes Jahr mehr als sechs Millionen Menschen aus der ganzen Welt. Seit 2019 ist die Kathedrale immer wieder in die roten Zahlen gerutscht. Allein der Erhalt des Riesenbauwerks kostet 23.200 Euro pro Tag.

In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Eine Ausnahme bildet zum Beispiel der evangelische Berliner Dom, der regulär 15 Euro Eintritt kostet. Im Ausland sind Zugangsgelder für Kirchen üblicher. So verlangt die Sagrada Família in Barcelona 26 Euro, der Stephansdom in Wien 29 Euro. (KNA)