Geschäftsleute sorgen sich um Einnahmen

Zusammenlegung von Erstkommunion und Firmung erntet Kritik in Sizilien

Veröffentlicht am 15.03.2026 um 09:41 Uhr – Lesedauer: 

Rom ‐ Erstkommunion und Firmung sind wichtige Sakramente – aber auch Anlässe für große Familienfeste und Geschenke. Wenn man das reduziert, gibt es Ärger. Das musste jetzt der Erzbischof von Palermo erfahren.

  • Teilen:

Ein Erlass des Erzbistums Palermo zur Vereinfachung kirchlicher Feiern hat in Siziliens Regionalhauptstadt Unmut ausgelöst. Wie die Zeitung "La Repubblica" am Samstag berichtete, bangen Gastronomen, Textilhändler, Fotografen und Floristen um eine wichtige Einnahmequelle und fürchten existenzbedrohende Einbußen. Grund ist ein Erlass des Erzbistums Palermo, wonach die Feiern von Erstkommunion und Firmung ab sofort zusammengelegt werden sollen.

Nach einer fünfjährigen Vorbereitung sollen demnach die Kinder in Palermo nun im Alter von zehn oder elf Jahren beide Sakramente in einer kirchlichen Feier empfangen. Bislang gab es eine Feier der Erstkommunion für die Kinder von etwa neun Jahren; die Firmung folgte in der Regel etwa fünf Jahre später. Beide Sakramente sind oft mit großen Familienfeiern und vielen Geschenken verbunden.

Drastische Einnahmeverluste

Mit nur noch einer einzigen Feier würden die entsprechenden Einnahmen in Handel und Gastronomie spürbar zurückgehen, hieß es. Laut der Zeitung wurden bislang alljährlich allein in Palermo rund 3.000 Erstkommunionfeiern ausgerichtet.

Der Präsident des örtlichen Unternehmerverbandes, Giovanni Felice, sprach laut der Zeitung von einem schweren wirtschaftlichen Schaden, der durch die Zusammenlegung der Feiern entstehe. Er habe sich in einem Brief an Palermos Erzbischof Corrado Lorefice gewandt und einen konstruktiven Dialog zu der Frage angeboten. Es gehe nicht darum, die Entscheidung der Kirche infrage zu stellen, sondern daran zu erinnern, dass seelsorgerische Entscheidungen auch das Leben von Familien und Gesellschaft berührten. (KNA)