Leo XIV.: Päpstliche Kinderschutzkommission soll neues Konzept vorlegen
Papst Leo XIV. hat klargemacht, wie er sich die künftige Rolle der Päpstlichen Kinderschutzkommission vorstellt und was er von dem Gremium erwartet. Er tat dies in einer Ansprache an die Kommission unter ihrem neuen Vorsitzenden, dem französischen Erzbischof Thibault Verny, am Montag im Vatikan. Bei der Begegnung sagte der Papst, die Prävention sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und vulnerablen Personen sei ein konstitutiver Bestandteil der Sendung der Kirche.
Er lobte den Dialog, den die Kommission in jüngster Zeit mit der Disziplinarabteilung des Glaubensdikasteriums geführt habe, und erklärte: "Dadurch erreicht ihr das angestrebte Ziel, dass Prävention – eure Verantwortung – und die wachsame Disziplin jenes Dikasteriums auf wirklich synergetische und wirksame Weise zusammenkommen." In früheren Jahren hatten einzelne Mitglieder der Kommission moniert, dass die Arbeitsteilung zwischen ihr und dem für die Bestrafung von Klerikern zuständigen Glaubensdikasterium nicht optimal funktioniere.
Klare Erwartungen des Papstes
Nun gab der Papst der Kommission Erwartungen mit auf den Weg und sagte: "Eure Aufgabe ist es, dazu beizutragen, dass Missbrauch verhindert wird. (...) Es geht darum, in der gesamten Kirche eine Kultur der Fürsorge zu schaffen, in der der Schutz von Minderjährigen und vulnerablen Erwachsenen nicht als eine von außen auferlegte Verpflichtung angesehen wird." Dafür sei es besonders wichtig, die Erfahrungen der Betroffenen und Überlebenden als Bezugspunkte ernstzunehmen.
Zur Rolle der seit 2025 bestehenden Kommission im Vatikan sagte der Papst: "Als Teil der Römischen Kurie, innerhalb des Dikasteriums für die Glaubenslehre, habt ihr eine klare Rolle, die euch in Dialog mit den Dikasterien und anderen Institutionen bringt, die ihre Verantwortung in den verschiedenen Bereichen des Schutzes wahrnehmen. Ich erwarte von euch, dass ihr die Zusammenarbeit mit ihnen noch stärker intensiviert, damit sie eure Arbeit mit ihrem Wissen bereichern können." Zugleich sollten andere in der Kurie von den Erfahrungen der Kommission profitieren, die sie durch ihre Arbeit mit den Betroffenen, Überlebenden und ihren Familien gemacht habe.
Leo XIV. lobte das Vorhaben der Kommission, neue Konzepte der "Vulnerabilität in Bezug auf Missbrauch" sowie zur Verhinderung von "Missbrauch von Minderjährigen im digitalen Raum" zu entwickeln. Er erwarte den Entwurf einer "Rahmenordnung weltweiter Leitlinien" zu diesen Themen. Er betonte, das Verhindern von Missbrauch sei "eine Dimension, die Seelsorge, Ausbildung, Leitung und Disziplin durchdringt". (KNA)
