Ratgeber von einflussreichem Kardinal

Theologischer Berater des Zweiten Vatikanischen Konzils gestorben

Veröffentlicht am 17.03.2026 um 09:12 Uhr – Lesedauer: 

Santiago ‐ Bischöfe aus aller Welt beschlossen in den 1960er-Jahren während des Zwieten Vatikanischen Konzils Kirchenreformen, die bis heute wirken. Einer der letzten Zeitzeugen ist nun gestorben.

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Die Kirche in Chile trauert um einen wichtigen Zeitzeugen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Jesuitenpater Juan Ochagavía starb laut Medienberichten vom Montag (Ortszeit) im Alter von 98 Jahren. Ochagavía gehörte zur Gruppe jener theologischen Berater, die die Konzilsberatungen begleitete, und war Ratgeber von Kardinal Raúl Silva Henríquez, dem damaligen Erzbischof von Santiago, der als einflussreiche Figur in der lateinamerikanischen Kirche galt.

Ochagavía studierte Theologie in Woodstock (USA) und wurde 1957 zum Priester geweiht. Anschließend promovierte er an der Universität München in Theologie.

Kirche und moderne Welt

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) war die bislang letzte beschlussfassende Versammlung aller Bischöfe der Weltkirche. Insgesamt rund 2.800 Konzilsväter debattierten darüber, wie die Kirche ihre Botschaft unter den Bedingungen der modernen Welt und von weltanschaulichem Pluralismus verkünden kann. Weitere Themen waren eine Reform von Liturgie und Priesterausbildung, die Einheit der Christen und die Aussöhnung von Kirche und Judentum.

Papst Johannes XXIII. (1958–1963) hatte das Konzil 1959 kurz nach seiner Wahl angekündigt. Es begann am 11. Oktober 1962 und endete nach vier Sitzungsperioden am 8. Dezember 1965 unter Papst Paul VI. (1963–1978). (KNA)