"Ich dachte, es wäre bereits bestätigt"

Aus Versehen verraten: Papst Leo XIV. besucht symbolträchtiges Kloster

Veröffentlicht am 18.03.2026 um 16:23 Uhr – Lesedauer: 

Madrid ‐ Noch hat der Vatikan kein detailliertes Programm für die Spanien-Reise des Papstes im Juni veröffentlicht. Durch ein Versehen wurde aber schon bekannt: Er wird dort einen ganz besonderen Ort besuchen.

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In Spanien sickern immer mehr Details zum bevorstehenden Papstbesuch durch. So wird Leo XIV. während seines Aufenthalts im Juni neben der weltberühmten Sagrada Família in Barcelona auch das symbolträchtige katalanische Kloster Montserrat besuchen. Dies ließ ein Sprecher der Spanischen Bischofskonferenz während einer Pressekonferenz wissen, um sogleich zu bemerken, dass die Information noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war: "Ich gebe meinen Fehler zu, ich dachte, es wäre bereits bestätigt." Der Vatikan hat das offizielle Programm für die Reise vom 6. bis 12. Juni bis dato nicht veröffentlicht.

Ein Besuch des Papstes in der Benediktinerabtei Montserrat, die kürzlich ihr 1.000-jähriges Bestehen feierte, wäre in vielerlei Hinsicht bedeutend. Das Bergkloster rund 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona ist ein in den Fels gehauenes Symbol für Nationalstolz und Unabhängigkeitsstreben ganz Kataloniens.

Wechselvolle Geschichte

1881 erklärte Papst Leo XIII. die Muttergottes von Montserrat zur Schutzpatronin der Region. Seit 1947 thront die Marienfigur in der Basilika, nachdem sie zum Schutz während der Napoleonischen Kriege (1808–1814) und des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) immer wieder versteckt wurde. Sie ist der Grund, warum die Benediktiner auf 720 Metern Höhe in den Bergen ihr Kloster errichteten – und unter Einsatz ihres Lebens beschützten. 1936 wurden dabei mehrere Mönche von anarchistischen Soldaten getötet. Sie gelten heute als Märtyrer der katholischen Kirche.

Auch während der Franco-Diktatur (1939–1975) spielte Montserrat eine wichtige Rolle. Franco unterdrückte sämtliche Autonomiebestrebungen Kataloniens, verbot die katalanische Sprache. Das Kloster bot in dieser Phase politisch Verfolgten Unterschlupf und widersetzte sich mit religiösen Schriften der Zensur.

Bis heute versuchen separatistische Kräfte, die sich von Spanien lossagen wollen, das Kloster für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Auch aus der Abtei selbst hörte man in den vergangenen Jahren immer wieder entsprechende Stimmen. Inzwischen verfolgen die ansässigen Benediktiner einen gemäßigteren Kurs und wollen Montserrat zu einem "Ort des Dialogs" machen, um die Gesellschaft zusammenzubringen. (KNA)