Papst am Samstag in Monaco

Fürst Albert: Überrascht, dass Leo XIV. Besuch so rasch zugestimmt hat

Veröffentlicht am 25.03.2026 um 12:08 Uhr – Lesedauer: 

Rom ‐ Erstmals nach fast 500 Jahren besucht am Samstag ein Papst Monaco. Das älteste katholische Herrscherhaus Europas empfängt für neun Stunden Leo XIV. Der Fürst persönlich erklärt die Hintergründe.

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Fürst Albert erwartet, dass Papst Leo XIV. seinen eintägigen Besuch in Monaco zu einem Appell für Frieden und Bewahrung der Schöpfung nutzen wird. Der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" sagte Albert, er sei selbst überrascht gewesen, dass Leo XIV. die Einladung so rasch angenommen habe, die er ihm bei seinem Besuch im Vatikan im Januar überbrachte. "Das ist ein unerwarteter Segen", so der Fürst.

Auch Grace Kelly spielt eine Rolle

Albert deutete in dem Interview an, dass es eine amerikanische Verbindung zwischen ihm und dem Papst gebe. Verwandte seiner Mutter Grace Kelly (1929–1982) hätten an der Villanova Universität im US-Bundesstaat Pennsylvania studiert, an der auch der junge Robert Prevost seinen Abschluss gemacht habe. Einige Mitglieder aus seiner amerikanischen Verwandtschaft würden deshalb auch beim Papstbesuch in Monaco dabei sein.

In dem Interview sagte der Chef von Europas am längsten regierenden Fürstenhaus, er rechne damit, dass der Papst seine Ansprache vom Balkon des Palastes für einen umfassenden Appell nutzen werde. Inhaltlich werde es um den Weltfrieden und um die Bewahrung der Schöpfung gehen.

Zum Vorwurf, dass Monaco ein Ort mondäner Ereignisse sei, die nicht zur christlichen Botschaft passten, erklärte der Fürst, auch mondäne Feste wie der große Ball von Monaco dienten dem Sammeln von Spenden für Solidaritätsprojekte. Monaco sei "eine Gemeinschaft mit einem ernsthaften christlichen Glauben und offen für die Welt".

Veto gegen Abtreibungsfreigabe

Der Fürst verteidigte zudem sein jüngstes Veto gegen eine Liberalisierung der Abtreibung in Monaco. Im November hatte der katholische Herrscher sich geweigert, ein Gesetz zu unterschreiben, wonach Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei werden sollten. In dem Interview sagte er dazu: "Mir war es wichtig, den Respekt vor dem Leben sicherzustellen."

Leo XIV. besucht Monaco am Samstag. Er reist von Rom aus mit dem Hubschrauber an, so dass keine Landung auf einem französischen Flughafen erforderlich ist. Bei dem neunstündigen Besuch will der Papst vier Ansprachen halten und eine Messe im Fußballstadion des Fürstentums feiern. Der letzte Papstbesuch in Monaco liegt fast 500 Jahre zurück. Im Jahr 1538 machte Paul III. auf dem Rückweg von den spanisch-französischen Friedensverhandlungen in Nizza Station in dem Fürstentum. (KNA)