Wilmer: Verantwortungsträger haben zu lange weggeschaut

In seiner ersten Ansprache äußerte sich der neue Bischof von Münster, Heiner Wilmer (64), besonders deutlich zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Kirche. "Viele Verantwortungsträger haben viel zu lange weggeschaut. Das alles darf es nie wieder geben", sagte er im voll besetzten Sankt-Paulus-Dom am Donnerstag. Er kündigte an: "Ich werde mich mit aller mir zur Verfügung stehenden Kraft dafür einsetzen, dass unsere Kirche ein sicherer Raum ist."
Papst Leo XIV. hatte den bisherigen Hildesheimer Bischof zum neuen Bischof von Münster ernannt. Wilmer steht erst seit wenigen Wochen an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz (DBK): Die Bischöfe wählten ihn am 24. Februar zu ihrem Vorsitzenden. In Münster folgt er nun auf Felix Genn, der im März 2025 altersbedingt zurückgetreten war.
Wilmer zeigte sich zudem dankbar und bewegt und betonte seinen Respekt vor der neuen Aufgabe: "Ich komme mit großem Respekt vor den Menschen, vor dem, was hier im Bistum Münster gewachsen ist." Unterdessen erklärte er, die Haltung der Kirche heute müsse sein: aufsuchen, zuhören, verstehen und dann gemeinsam vorangehen. Mit Blick auf aktuelle Herausforderungen der Gegenwart sagte er: "Nicht alles wissen, nicht alles erklären können, aber unterwegs sein und darauf vertrauen." (mtr/KNA)
Einführungsrede von Heiner Wilmer
Die gesamte Ansprache des neuen Münsteraner Bischofs im Sankt-Paulus-Dom wurde auf der Internetseite des Bistums veröffentlicht.