Tatort-Regisseur inszeniert Ostergeschichte
Regisseur Gerd Schneider hat die Ostergeschichte im Auftrag des Bistums Aachen neu interpretiert. In seiner Inszenierung werde aus der Passionsgeschichte die Erzählung eines Dissidenten, der verschwindet, sagte Schneider der Aachener Kirchenzeitung. In der Bibel stecke "alles, was es auch in Filmen gibt. Sex, Verbrechen, Schuld, Vergebung", so Schneider weiter.
Wie das Bistum der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag mitteilte, wird ab Gründonnerstag (2. April) täglich eine Episode auf dem Instagram-Kanal der Diözese veröffentlicht. Wie der Filmemacher sagte, verzichte er bewusst auf religiöse Überhöhung. Er habe sich gefragt, "wie ich mir die Ostergeschichte, die Jesus-Geschichte ohne all die Engel und Himmelschöre im Hintergrund vorstelle". Details aus den Evangelien deutet der studierte Theologe als Hinweise auf Augenzeugenschaft und damit als Elemente, die der Erzählung besondere Realitätsnähe verleihen.
Social-Media-Aktion zu Ostern
Die Aachener Social-Media-Produktion verlegt die biblische Geschichte in ein heutiges Umfeld. Ein charismatischer Anführer gerät in Konflikt mit bestehenden Machtstrukturen und verschwindet. Die Erzählweise solle an gegenwärtige gesellschaftliche Erfahrungen anschließen, zugleich bleibe die Hoffnung leitend.
Die Frage der Auferstehung bleibt dabei offen. "Ich behaupte nicht: Hier ist jemand von den Toten auferstanden." Im Mittelpunkt stehen die Reaktionen der Figuren: Trauer und Verlust sowie der Bericht einer Frau, die sagt: "Ich habe ihn getroffen. Er lebt!" Es gebe "keinen Beweis, nur ihren Bericht", so Schneider.
Wirkung einer Idee
Die Deutung zielt auf das Fortwirken einer Idee: "Nur weil jemand nicht mehr da ist, heißt das nicht, dass seine Idee weg ist." Die biblischen Texte versteht der Regisseur als zeitlose Erzählungen über grundlegende menschliche Konflikte. Den theologischen Kern beschreibt er mit den Worten: "Das Christentum ist für mich im Kern ein Glaube der Freiheit." Entscheidend sei, "aufrecht durchs Leben gehen zu können" und "den Mund aufzumachen".
Gerd Schneider stammt aus Nordrhein-Westfalen. Er studierte Katholische Theologie in Bonn und wollte Priester werden. Er wirkte an einigen deutschen Kino- und Fernsehproduktionen mit. Für den Film Verfehlung über den Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche schrieb er Drehbuch und führte Regie. Ebenso für Tatortproduktionen und Vorabendkrimis. (KNA)
