Rheinische Martinstradition nun Immaterielles Kulturerbe

Die Martinstradition im Rheinland ist nun Immaterielles Kulturerbe der Unesco. Die Kulturministerkonferenz der Länder und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) haben am Freitag diese und vier weitere Traditionen neu in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen, wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. "Die Martinstradition im Rheinland vermittelt Werte wie Teilen, Solidarität und Zusammenhalt über Generationen hinweg", so Weimer.
Charakteristisch für die Bräuche rund um den Martinstag am 11. November seien Laternenumzüge, Martinslieder und die nachgestellte Mantelteilung des Heiligen. Der Brauch fördere Zugehörigkeit und ein solidarisches Miteinander über Glaubenszugehörigkeiten und Weltanschauungen hinweg und werde kontinuierlich an aktuelle gesellschaftliche Bedingungen angepasst, etwa durch konfessionsübergreifende Öffnung, inklusive Teilnahme und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Schulen und Kindertageseinrichtungen, heißt es von der Unesco.
Herrenschneiderei und Schaustellerkultur
Weitere Neuaufnahmen in Deutschlands Immaterielles Kulturerbe sind die Bolzplatzkultur, die Schaustellerkultur auf Volksfesten, das Herrenschneiderhandwerk sowie die traditionelle Kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern. Damit umfasse das Verzeichnis jetzt 173 kulturelle Ausdrucksformen, die in Deutschland gelebt und weitergegeben werden.
"Immaterielles Kulturerbe entsteht dort, wo Menschen sich einbringen, Wissen teilen und kulturelle Praktiken gemeinsam gestalten", sagte der Vizepräsident der Deutschen Unesco-Kommission, Christoph Wulf. Die Neuaufnahmen zeigten, wie lebendig, offen und wandlungsfähig kulturelle Ausdrucksformen heute seien. (KNA)