"Schwerwiegender Präzedenzfall"

Eklat in Israel – hohe Kirchenvertreter dürfen nicht in Grabeskirche

Veröffentlicht am 29.03.2026 um 15:18 Uhr – Lesedauer: 

Jerusalem ‐ Die israelische Polizei hat Patriarch Pizzaballa und Kustos Ielpo daran gehindert, die Grabeskirche zu betreten. Erstmals seit Jahrhunderten musste die Palmsonntagsmesse damit ohne die Kirchenführer stattfinden.

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Israel hat die beiden wichtigsten katholischen Vertreter des Heiligen Landes daran gehindert, die Grabeskirche in Jerusalem zu betreten. Israelische Polizisten hinderten den Lateinischen Patriarchen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und Franziskanerkustos Francesco Ielpo am Sonntag an der Teilnahme der Palmsonntagsmesse in dem wichtigsten Gotteshaus der Christenheit, wie das Patriarchat und die Kustodie gemeinsam mitteilten.

Sie sprachen von einem "schwerwiegenden Präzedenzfall", der die Gefühle von Milliarden Menschen verletze, die in der Kar- und Osterwoche ihren Blick auf Jerusalem richteten. Nach Kirchenangaben ist es das erste Mal seit Jahrhunderten, dass die Kirchenoberhäupter an der Feier des Palmsonntagsgottesdienstes in der Grabeskirche gehindert wurden.

Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit

Pizzaballa und Ielpo seien auf dem Weg angehalten und zur Umkehr gezwungen worden, "obwohl sie sich privat und ohne jegliche Merkmale einer Prozession oder eines zeremoniellen Aktes bewegten". Es handele sich um "eine unangemessene und grob unverhältnismäßige Maßnahme", insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Kirchenführer sich seit Kriegsbeginn an alle auferlegten kriegsbedingten Einschränkungen gehalten hätten.

Augenzeugen berichteten, dass die Polizei seit den Morgenstunden Barrieren an der Altstadt errichtet hatten, offensichtlich in dem Bemühen, Gläubige davon abzuhalten, zu den heiligen Stätten zu gelangen.

Osterfeiern hinter geschlossenen Türen

Zu Wochenbeginn hatten die Kirchen mitgeteilt, dass die traditionelle Palmprozession über den Ölberg zur Jerusalemer Altstadt kriegsbedingt nicht stattfinden werde. Statt der Prozession, an der üblicherweise tausende einheimische und ausländische Christen teilnehmen, soll es einen Gebetsmoment für Jerusalem geben. Die Liturgien der Kar- und Ostertage in der Grabeskirche sollen unter Ausschluss der Öffentlichkeit von den in dem Gotteshaus lebenden Ordensgemeinschaften gefeiert werden. (KNA)