Kölner Domdechant Kleine verteidigt geplantes Eintrittsgeld

Domdechant Robert Kleine hat das geplante Eintrittsgeld im Kölner Dom verteidigt. "Uns rennen die Kosten davon. Die bisherigen Schritte reichen nicht", sagte Kleine der "Kölnischen Rundschau" am Wochenende. Neben den Kosten für die Erhaltung, Sicherheit und Energie stiegen auch zunehmend die für die Reinigung "Wir machen leider die Erfahrung, dass manche Besucher im Dom ein Verhalten an den Tag legen, das uns zwingt, den gesamten Boden alle zwei Nächte feucht zu reinigen."
Als Beispiel dafür nannte Kleine: "Wenn Sie sehen, wie viel Kaugummi im Dom-Inneren liegt, auch auf dem Mosaik von 1880 am Dreikönigsschrein, dann frage ich mich: Wer kommt auf die Idee, hier im Dom im Gehen sein Kaugummi auszuspucken? Man glaubt ja nicht, was sich hier alles abspielt im Dom."
44.000 Euro pro Tag
Bisherige Versuche, die Einnahmen zu steigern, hätten nicht funktioniert, etwa die Erhöhung des Eintritts für die Turmbesteigung und die Domschatzkammer, räumte der Domdechant ein. "Wir haben im Dom ein schönes Spendengefäß aus Plexiglas aufgestellt und deutlich gemacht: Der Erhalt der Kathedrale kostet 44.000 Euro am Tag." Doch auch das habe nicht zu mehr Spendenbereitschaft geführt.
Kleine erklärte, dass das Domkapitel neben der Höhe des Eintrittspreises auch Ausnahmen diskutiere. "Wenn man Eintritt nimmt, gibt es auch einen ermäßigten Eintritt und einen freien Eintritt. Dieses Gefüge müssen wir uns genau anschauen." Weiter sagte er: "Ich denke, die Maßgabe bei der Kalkulation muss sein: Wie können wir durch den Eintritt die Mittel einnehmen, die wir für den Erhalt des Doms brauchen?"
Die Verwaltung des Kölner Doms hatte Anfang März mitgeteilt, dass der Dom ab der zweiten Jahreshälfte eine Zugangsgebühr für Touristen erhebt. Wer zum Gottesdienstbesuch oder zum Gebet in die Kathedrale kommt, soll dies aber weiter kostenfrei tun können. Freien Eintritt sollen auch die Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins erhalten. Dessen Vorsitzende, die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, kritisierte zuletzt mehrfach die Pläne, Eintritt für den Dombesuch zu verlangen. (KNA)