Persönliches Treffen ab einer halben Million Euro

Privataudienz gegen Geld: Spaniens Bischöfe sammeln für Papstbesuch

Veröffentlicht am 31.03.2026 um 12:05 Uhr – Lesedauer: 

Madrid ‐ Wenn der Papst reist, ist das für seine Gastgeber mit hohen Kosten verbunden. In Spanien soll es daher ein exklusives Fundraising-Programm geben: Wer viel zahlt, soll sich exklusive Treffen mit Leo XIV. kaufen können.

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Der Papstbesuch in Spanien soll mit Spenden finanziert werden – und besonders generösen Spendern werden anscheinend exklusive Begegnungen mit Papst Leo XIV. zugesichert. Das geht aus Unterlagen der Spanischen Bischofskonferenz hervor, die dem Online-Magazin "Crux Now" vorliegen. Das Fundraising-Konzept sieht fünf Stufen vor. In den obersten Stufen, "großer Wohltäter" und "Wohltäter", werden Treffen mit dem Papst in Aussicht gestellt. Die Spanische Bischofskonferenz äußerte sich auf Anfrage von katholisch.de noch nicht dazu.

"Große Wohltäter" sollen zwischen einer halben und einer Million Euro spenden und dürfen auf ein privates Treffen mit dem Papst, ein Arbeitstreffen im Vatikan und exklusive Plätze beim Papstbesuch hoffen. "Wohltäter", die mindestens 250.000 Euro spenden, erhalten bis auf das private Treffen dieselben Vorteile. Die weiteren Stufen sind die eines "Sponsors" ab 50.000 Euro. Ein persönliches Treffen mit dem Papst wird ab dieser Stufe nicht mehr garantiert, Spender dieser Kategorie dürfen sich aber als "Wirtschaftsbotschafter" bezeichnen. "Partner" mit Spenden ab 10.000 Euro werden öffentlich als Unterstützer genannt, "Freunde", die mindestens 1.000 Euro zahlen, erhalten eine Urkunde über ihren Beitrag.

Reise steht im Juni an

Gegenüber "Crux Now" sagte ein Sprecher des Organisationskomitees, dass das Ziel des Fundraising-Programms sei, die Kosten des Papstbesuchs für die öffentliche Hand möglichst gering zu halten. Die Spenden können aber in Spanien von der Steuer abgesetzt werden. Für die Reise, die vom 6. bis zum 12. Juni geplant ist, werden Kosten in Höhe von 15 bis 30 Millionen Euro erwartet. Dem Vernehmen nach sollen Stationen in Madrid und Barcelona sowie auf den Kanarischen Inseln Teneriffa und Gran Canaria geplant sein.

Am Samstag reiste Papst Leo XIV. für einen Tag nach Monaco. Bei der Abschlussmesse rief der Papst dazu auf, sich von "Götzen" zu befreien: "vom Reichtum, der zur Gier verkommen ist, von der Schönheit, die zur Eitelkeit verzerrt wurde". Stattdessen erlöse Barmherzigkeit die Menschheit. (fxn)