Alle 14 Stationen des Kreuzwegs

Papst Leo XIV.: Darum trage ich das Kreuz an Karfreitag selbst

Veröffentlicht am 01.04.2026 um 09:16 Uhr – Lesedauer: 

Castel Gandolfo ‐ Der Kreuzweg am Kolosseum in Rom ist eine der ergreifendsten Feiern der Karwoche. Leo XIV. kehrt zu einer Tradition zurück: Er will an seinem ersten Karfreitag im Amt das Kreuz durch alle 14 Stationen selbst tragen.

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Papst Leo XIV. will beim Kreuzweg am Karfreitag am Kolosseum ein Zeichen für die leidende Welt setzen. Dass er das Holzkreuz durch alle 14 Stationen selbst tragen werde, zeige, wofür der Papst stehe, sagte er am Dienstagabend in Castel Gandolfo: "ein spiritueller Führer in der heutigen Welt, eine Stimme, die verkündet, dass Christus noch immer leidet". "Auch ich trage all dieses Leid im Gebet und möchte alle Menschen guten Willens einladen, gemeinsam diesen Weg zu gehen und zu suchen, wie auch wir Friedensbotschafter sein können", sagte Leo XVI. auf Journalistenfragen vor der Rückkehr von seinem freien Tag in den Albaner Bergen.

Am Dienstag meldeten Vatikan-Medien, dass Leo XIV. als erster Papst seit vielen Jahren beim Kreuzweg am Kolosseum das Kreuz durch alle Stationen tragen wolle. In den Vorjahren hatte Papst Franziskus wegen seiner Gehbehinderung diese symbolische Geste anderen Gläubigen überlassen.

Die Texte der Meditationen für die Feier im Andenken an den Weg Jesu nach Golgota vor fast 2.000 Jahren wurden in diesem Jahr von dem Franziskaner Francesco Patton verfasst. Er war von 2016 bis 2025 Kustos im Heiligen Land und lebt jetzt am Berg Nebo in Jordanien. Die Texte dürften daher unter anderem auf die aktuellen Kriege in Nahost Bezug nehmen. In den vergangenen beiden Jahren hatte Papst Franziskus persönlich die Meditationen verfasst. Am Karfreitag 2025 war er krankheitsbedingt am Kolosseum nicht anwesend, er starb drei Tage später im Vatikan.

Papst an Trump und alle Regierungschefs

Leo XIV. rief zudem US-Präsident Donald Trump und "alle Staats- und Regierungschefs der Welt" eindringlich zu Friedensverhandlungen auf. "Mir wurde berichtet, Präsident Trump wolle den Krieg beenden", sagte der Papst. "Hoffentlich sucht er nach einem Weg, die Gewalt und die Bombardierungen zu verringern, was wesentlich dazu beitragen würde, den Hass zu beseitigen, der im Nahen Osten und anderswo geschürt wird und stetig zunimmt", so der gebürtige US-Amerikaner.

"Kehren Sie zum Dialog an den Verhandlungstisch zurück", appellierte er an die politischen Führer. Sie sollten nach Lösungen für die Probleme suchen und den Frieden fördern. Das sei besonders mit Blick auf das bevorstehende Osterfest wichtig, sagte Leo XIV.

"Wir befinden uns in der Karwoche. Ostern steht vor der Tür, das sollte die heiligste Zeit des Jahres sein, eine Zeit des Friedens und der Besinnung", gab das Kirchenoberhaupt zu bedenken. "Doch wie wir alle wissen, erleben wir wieder einmal an vielen Orten der Welt so viel Leid, so viele Tote, darunter auch unschuldige Kinder." Er appelliere unaufhörlich an den Frieden, aber leider wollten viele Menschen Hass, Gewalt und Krieg schüren. "Deshalb erneuere ich heute Abend meinen Appell und lade alle ein, diese Tage im Bewusstsein zu leben, dass Christus auch heute noch gekreuzigt ist und in den Unschuldigen leidet." Ein Waffenstillstand zu Ostern sei wünschenswert, "aber lasst den Krieg endlich enden", so Papst Leo. (tmg/KNA)