Priester-Schauspieler Zinner: Lebe christlich, aber nicht im "Verein"
Dem Schauspieler und Musiker Stephan Zinner (51) sind christliche Werte nach eigenen Worten wichtig, obwohl er aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist. "Die Grundprinzipien des christlichen Glaubens finde ich nach wie vor absolut richtig", sagte Zinner in einem am Donnerstag im "Fränkischen Tag" veröffentlichten Interview. Nur deren Umsetzung habe ihn nicht ausreichend überzeugt. "In gewisser Weise lebe ich ja trotzdem christlich – nur halt nicht im Verein."
Auf die Frage, woran er glaube, sagte Zinner, der in der Serie "Himmel, Herrgott, Sakrament" einen katholischen Pfarrer verkörpert: "Ich denke, es schadet nichts, ein guter Mensch zu sein. Wenn alle nach den christlichen Grundprinzipien leben würden, dann wären wir schon ein gutes Stück weiter." Der Ausdruck "Gutmensch" sei für ihn kein Schimpfwort: "Ich unterhalte mich lieber mit einem sogenannten Gutmenschen als mit einem – mit Verlaub – Arschloch."
Sein Bild von der Kirche habe sich durch seine Rolle nicht geändert, sagte Zinner – auch nicht durch die Gespräche mit "einem so engagierten Geistlichen wie Rainer Maria Schießler". Die Serie basiert auf dem bekannten Münchner Priester. Dennoch mache er einiges anders als andere Pfarrer: "Er holt auch Menschen in die Kirche, deren Seelen nicht bis zu den Sternen leuchten", so Zinner. "Und wenn jemand Hilfe braucht, dann kriegt er sie – egal, wer, egal wann, egal wo." Der katholischen Kirche in Bayern empfahl er, sich mehr um ihre Schäfchen zu kümmern: "Da gäbe es genug zu tun." (KNA)
