Magdeburger Alt-Bischof Leo Nowak gestorben

Der emeritierte Magdeburger Bischof Leo Nowak ist tot. "Heute, am Sonntag, dem 12. April 2026, verstarb in den frühen Morgenstunden nach einer Operation in den Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg Bischof em. Leo Nowak im Alter von 97 Jahren", heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums am Sonntag. "Wir wollen unseres verstorbenen Altbischofs im Gebet und bei der Eucharistiefeier gedenken."
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer, würdigte Nowak am Sonntag als einen Zeitzeugen, "der die schwere Zeit in der DDR, die glückliche Wiedervereinigung und den Aufbau der kirchlichen Struktur im vereinten Deutschland miterlebt hat". Mit Nowak verlasse "uns ein treuer Bischof seiner Herde, ein Verfechter der Demokratie und ein Mensch, der sich in überzeugender Weise von Christus gerufen gefühlt hat, ganz wie es sein bischöflicher Wahlspruch ausdrückte: "Alles in Christus erneuern'."
"Leo Nowak ist Zeit seines Lebens Seelsorger geblieben und war für die Menschen da – jene, die der Kirche nahestanden und auch solche, die auf der Suche waren", so Wilmer. Innerhalb der DBK habe er stets eindrucksvoll und einfühlsam über die langjährige priesterliche und bischöfliche Erfahrung in Ostdeutschland berichtet. "Dabei wurde Leo Nowak nicht müde vor jenen Kräften zu warnen, die heute die politisch rechten und linken Ränder radikalisieren: Er war ein Staatsbürger und Demokrat, dem die liebgewonnene Freiheit nach dem Kommunismus ein Herzensanliegen geworden ist."
Seelsorge, Gottvertrauen und Menschenfreundlichkeit
Nowaks Nachfolger, der amtierende Magdeburger Bischof Gerhard Feige, kondolierte ebenfalls. "Bischof Leo hat die ureigene Aufgabe der Kirche – Seelsorge, Gottvertrauen und Menschenfreundlichkeit – aus tiefstem Herzen authentisch gelebt", sagte er laut Mitteilung des Bistums. "Er hatte immer ein offenes Ohr und interessierte sich für jede und jeden einzelnen Menschen, egal, ob Christ oder nicht. Wir werden ihn sehr vermissen."
Nowak wurde am 17. März 1929 in Magdeburg geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und einem zweijährigen Studium an einer Fachschule für Industrie und Handel entschied er sich 1950 für eine geistliche Laufbahn. Nowak studierte Theologie in Paderborn und Magdeburg und wurde 1956 zum Priester geweiht. Er stand von 1990 bis 2004 an der Spitze des Magdeburger Kirchengebietes, das 1994 zum Bistum erhoben wurde.
2024 sagte er in einem katholisch.de-Interview im Hinblick auf den Tod, dass er davor keine Angst habe, die Unsicherheit mit Blick auf das eigene Lebensende mit zunehmendem Alter jedoch größer geworden sei. "Ich versuche trotzdem, dem Tod mit großem Vertrauen entgegenzugehen", so der damals 95-Jährige. "Ich weiß zwar nicht, was mich auf der anderen Seite, die wir meist Himmel nennen, erwartet. Aber ich glaube fest daran, dass alles gut werden wird." (cbr)
12.04.2026, 13.25 Uhr: Ergänzt um Statement von Bischof Gerhard Feige.