Schwieriges Unterfangen

Über 40.000 Tonträger: Platten aus Abtei Saint-Maurice suchen Abnehmer

Veröffentlicht am 15.04.2026 um 11:43 Uhr – Lesedauer: 

Saint-Maurice ‐ Alles muss raus: Für die umfangreiche Plattensammlung der Schweizer Traditionsabtei Saint-Maurice ist kein Platz mehr. Doch das Interesse am Kauf der Tonträger scheint sich in Grenzen zu halten.

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Die aus mehr als 40.000 Tonträgern bestehende Plattensammlung der Schweizer Abtei Saint-Maurice sucht neue Besitzer. Wie Schweizer Medien in den vergangenen Tagen berichteten, muss die Phonothek des Klosters, die sich im angegliederten Internatsgebäude befindet, aufgelöst werden. Grund dafür ist die demnächst beginnende Renovierung der Schule.

Die Sammlung der Abtei umfasse rund 20.000 Schallplatten und etwa ebenso viele CDs. Der Großteil, der hauptsächlich aus klassischer Musik und Jazz bestehe, sei dem Kloster 2004 von einem Plattenliebhaber vermacht worden.

Teil geht ins Museum

Ein gewisser Teil der Sammlung soll an das Ethnografische Museum in Genf gehen. Studierende einer Genfer Hochschule seien zudem beauftragt worden, den Zustand der Phonothek zu evaluieren, Möglichkeiten für die Weitergabe der Tonträger vorzuschlagen und potenzielle Interessenten zu kontaktieren. Den Berichten zufolge gestaltet sich die Suche nach Abnehmern bislang jedoch schwierig. Ende April soll es zudem einen Flohmarkt im Internatsgebäude geben.

Die einstige Schule der Abtei Saint-Maurice ist seit rund zwei Jahren im Besitz des Kanton Wallis. Hintergrund ist der Missbrauchsskandal im Kloster. Nach mehreren Vorwürfen gegen Geistliche der Abtei hatte der Walliser Staatsrat die Schule verstaatlicht und festgelegt, dass die Leitung künftig nicht mehr von der Abtei gestellt werden dürfe. Der Kanton und das Kloster unterzeichneten dazu eine gemeinsame Erklärung.

Die Abtei der Augustiner-Chorherren gilt als ältestes Kloster des Abendlandes, das ohne Unterbrechung besteht. Sie untersteht unmittelbar dem Papst. Ende Oktober 2025 wurde mit Alexandre Ineichen der neue Leiter des Klosters nach seiner Wahl von Papst Leo XIV. bestätigt. Sein Vorgänger Jean César Scarcella war zuvor im Zuge der Missbrauchsaufarbeitung in der Abtei zurückgetreten. (mal)