Bayerisches Katholiken-Komitee warnt vor AfD

Eine Warnung vor der AfD, Kritik am Papst, eine Missbilligung von Bischofsseite – bei der Mitgliederversammlung des Landeskomitees der Katholiken in Bayern sind am Wochenende deutliche Worte gefallen. Das höchste katholische Laiengremium im Freistaat tagte am Freitag und Samstag in Augsburg zum Thema 75 Jahre Landeskomitee – "Wie geht Kirche im säkularen Staat?".
Der Vorsitzende des Landeskomitees, Christian Gärtner, äußerte scharfe Kritik an der AfD: Die Partei sei "brutal kirchen- und christentumsfeindlich". Sie brauche das Christentum nur als einen "aufgeblasenen Ballon", nach dem Motto: "Wie verteidigen das christliche Abendland".
Wenn es aber konkret werde, werde die Kirche als "Regenbogen-Kirche" diffamiert, ergänzte Gärtner. Auch gebe es aus der Partei Bestrebungen, die Kirchensteuer und Staatsleistungen für die Kirche abzuschaffen. "Und da müssen wir aufpassen." Nach den bayerischen Kommunalwahlen vom März säßen in den Gremien deutlich mehr AfD-Abgeordnete als zuvor, fügte Gärtner hinzu. Ihn treibe die Sorge um, wie dort künftig Debatten liefen. "Wir wollen die Leute fitmachen, wie sie damit umgehen können." Das Landeskomitee werde dazu verstärkt mit dem Kompetenzzentrum Demokratie und Menschenwürde der Katholischen Kirche Bayern zusammenarbeiten.
Klerikalismus "ein Armutszeugnis"
Der Augsburger Bischof Bertram Meier geißelte Klerikalismus in der Kirche. Dieses Phänomen, also eine autoritär-überlegene Position von Geistlichen gegenüber Laien, nannte Meier "ein Armutszeugnis". Klerikalismus biete keine zukunftsfähige Vision für die Kirche. "Ich bin dankbar, dass wir die Synodalität in der Kirche neu entdecken und immer konsequenter praktizieren", so Meier. "In diese Richtung müssen wir weitermachen!" Das Landeskomitee sei unverzichtbar.
Ähnlich äußerte sich der Münchner Kardinal Reinhard Marx. Er sandte der Versammlung ein Grußwort per Video. Er sei dankbar für das Landeskomitee, das die Präsenz der Kirche stärke, sagte der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, des Zusammenschlusses der bayerischen Bischöfe.
Als Festredner monierte der ehemalige ZDF-Chefredakteur und Katholik Peter Frey die jüngste Kritik von Papst Leo XIV. an der Erlaubnis von förmlichen Segnungen für nicht kirchlich verheiratete Paare in deutschen Bistümern. Er sei irritiert, so Frey, der fast 20 Jahre lang Mitglied im Laien-Dachverband Zentralkomitee der deutschen Katholiken war. Der Papst habe Homosexuelle in einem Atemzug mit anderen Personen in "irregulären Situationen" genannt, offenbar Geschiedene und Wiederverheiratete. "Ich finde, er tut damit vielen Unrecht." (KNA)