Mittlerweile hohe Kompetenz und Kultur des Hinsehens

Missbrauchsbeauftragte sieht Fortschritte in katholischer Kirche

Veröffentlicht am 29.04.2026 um 11:28 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Die katholische Kirche bekommt Lob von der unabhängigen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Welche Bereiche inzwischen besonders gut in Sachen Kinderschutz sind und was es aus ihrer Sicht noch braucht.

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Die katholische Kirche hat nach Einschätzung der unabhängigen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Kerstin Claus, Fortschritte beim Kinderschutz erzielt. "Gerade im Bereich von Prävention wurden insbesondere in Kitas oder Schulen in katholischer Trägerschaft, aber auch im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit in Gemeinden vielfältige Strukturen und Handlungskompetenzen aufgebaut", sagte Claus dem kirchlichen Kölner Internetportal "domradio.de".

Um sexuellen Missbrauch zu verhindern und junge Menschen zu stärken, seien die Entwicklung von umfassenden Schutzkonzepten sowie verpflichtende Fortbildungen elementare Bausteine. Claus sagte, die katholische Kirche sei mit ihrer Kompetenz in Fragen der Prävention der kommunalen Ebene einen Schritt voraus.

Wunsch nach Vernetzung

"Auch wenn das nicht überall in gleicher Qualität umgesetzt wird, steht doch fest: Viele Gemeinden und Einrichtungen haben mittlerweile eine hohe Kompetenz und eine Kultur des Hinsehens entwickelt, die im Idealfall nicht nur sexuelle Übergriffe an Kindern und Jugendlichen verhindert, sondern auch Räume schafft, in denen betroffene junge Menschen Unterstützung finden", betonte die Bundesbeauftragte.

Claus warb für eine Vernetzung von kirchlichen Trägern und kommunalen Entscheidungsträgern. "Von katholischen Strukturen, die viel an diesem Thema gearbeitet haben, können wichtige Impulse in Richtung anderer Strukturen ausgehen, die vor Ort ebenfalls mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, vollkommen egal, ob es um Vereine oder kommerzielle Anbieter geht." (KNA)