Tag der Pressefreiheit

Papst Leo XIV. klagt über Angriffe auf Journalisten in Konflikten

Veröffentlicht am 03.05.2026 um 12:50 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Schon bei seiner allerersten Audienz als Papst hat Leo XIV. sich für die Pressefreiheit stark gemacht. Am Internationalen Tag der Pressefreiheit erneuert er nun seinen Appell, Journalistinnen und Reporter in Konflikten zu schützen.

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Papst Leo XIV. hat sich beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz für den Schutz von Journalisten ausgesprochen. In seinen Worten nach dem Regina Caeli erinnerte er an den Internationalen Tag der Pressefreiheit, der am Sonntag von der Unesco begangen wird. "Leider wird dieses Recht oft verletzt, mal ganz offen, mal auf versteckte Weise. Wir gedenken der zahlreichen Journalisten und Reporter, die Opfer von Kriegen und Gewalt geworden sind", so der Papst.

Schon seit Beginn seiner Amtszeit mahnt Papst Leo XIV. immer wieder dazu, freie Berichterstattung zu ermöglichen und die Pressefreiheit zu achten. Bei seiner ersten offiziellen Audienz überhaupt betonte er im vergangenen Mai die Solidarität der Kirche mit Journalisten, die inhaftiert sind, "weil sie die Wahrheit suchen und berichten" und forderte ihre Freilassung. Er würdigte den Mut jener, die unter Einsatz ihres Lebens über Krieg berichteten und das Recht auf Information verteidigten. "Denn nur informierte Menschen können freie Entscheidungen treffen", betonte der erste US-Amerikaner im Papstamt.

Missio: Pressefreiheit nicht nur säkular verstehen

Das Hilfswerk missio Aachen hat zum selben Anlass vor allem das Schicksal christlicher Medienschaffender hervorgehoben. "Christliche Journalistinnen, Journalisten und Medien geraten in vielen Ländern unter Druck, wenn sie über den Glauben, die Situation religiöser Minderheiten oder Verletzungen der Religionsfreiheit und anderer Menschenrechte berichten", heißt es in der Erklärung von missio. "Pressefreiheit und Religionsfreiheit gehören untrennbar zusammen. Wo Menschen nicht frei ihren Glauben leben und darüber sprechen können, steht es auch um die Pressefreiheit schlecht", betont Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen. "Christliche Journalistinnen und Journalisten zahlen heute in vielen Ländern für ihre Arbeit einen hohen Preis."

Laut missio reichen die Einschränkungen für christliche Journalistinnen und Journalisten von Zensur und Einschüchterung über gesellschaftliche Gewalt bis hin zu Haft, Berufsverboten und der Schließung kirchlicher Medien. Besonder hob das Hilfswerk die Lage katholischer Blogger in Vietnam, Verbote christlicher Medien in Nicaragua, Repressalien für pakistanische Journalisten, die über religiöse Minderheiten oder Blasphemie-Prozesse berichten und Bedrohungen christlicher Journalisten durch Hindunationalisten in Indien hervor. "Wer christliche Medien und Journalisten mundtot macht und Pressefreiheit aus religiösen Gründen einschränkt, trifft nicht nur eine bestimmte Religionsgemeinschaft. Er greift letztlich die gesamte Gesellschaft an", so Bingener weiter. Pressefreiheit dürfe nicht allein säkular verstanden werden. Sie gelte auch für kirchliche und religiöse Stimmen.

Auf die Lage in Deutschland wies am Samstag die Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten (GKP) hin. "Wer Journalistinnen und Journalisten angreift, egal ob körperlich oder durch Hetzkampagnen, greift unsere gesamte demokratische Gesellschaft an", sagte der Vorsitzende der GKP, Joachim Frank. Als beunruhigend bezeichnet er auch eine zunehmende staatliche Überwachung sowie Einschränkungen von Informationsfreiheitsgesetzen. (fxn)