Trappist warnt vor politischer Instrumentalisierung

Bischof Varden: Kreuz als Waffe? Das ist Blasphemie

Veröffentlicht am 12.05.2026 um 11:17 Uhr – Lesedauer: 

New York ‐ Seit 2019 leitet Trappistenmönch Erik Varden das Bistum Trondheim. Nun warnt der norwegische Bischof vor einer politischen Instrumentalisierung des Christentums und vor Hassrede im Namen des Kreuzes.

  • Teilen:

Vor einer Instrumentalisierung des Christentums für politische Zwecke hat der Trappistenmönch und Bischof von Trondheim, Erik Varden, gewarnt. Jede Darstellung des Christentums, die den Skandal des Kreuzes abstrahiere oder das Kreuz in perverser Weise als Waffe benutze, bewege sich in Richtung Häresie oder gar Blasphemie. Das betonte Varden in einem Interview des Jesuitenmagazins "America" am Montag. Deshalb gelte: "Wenn das Christentum als Bestandteil dessen herangezogen wird, was letztlich Hassrede ist, dann dürfen wir einfach nicht auf diesen Zug aufspringen."

Auf die Frage, was gegen Hassrede und Hasstiraden unternommen werden könne, schlug Varden vor, den Glauben "gründlicher zu studieren". Dazu gehöre die Lektüre der Bibel sowie die Fähigkeit, "in der Schrift bewandert" zu sein, um aus "dieser inneren Wirklichkeit heraus" sprechen zu können. Zugleich erklärte Varden, die Kirche und die Christenheit insgesamt müssten sich vor "zu viel Rhetorik" und "zu vielen Worten" hüten und stärker darauf achten, mit welchen Problemen die Menschen heute konfrontiert seien.

Keine Hoffnung in KI

Außerdem sprach der Trappistenmönch über Künstliche Intelligenz. Im Zusammenhang mit Spiritualität setze er keine Hoffnung in die KI. Alles könne als Werkzeug verwendet werden, so Varden, aber er selbst glaube nicht, dass KI eine geistliche Erneuerung hervorbringen werde. "Denn jede geistliche Erneuerung, die diesen Namen verdient, ist eine, die das menschliche Herz durchdringt", so der Bischof. Das aber sei etwas, wozu ein Algorithmus nicht fähig sei.

Varden steht seit 2019 an der Spitze des Bistums Trondheim in Norwegen und ist zudem Vorsitzender der nordischen Bischofskonferenz. Varden gehört dem Trappistenorden an, einem der strengsten Orden der katholischen Kirche, der seit 1892 einen eigenständigen Orden bildet. Anfang März hatte Papst Leo XIV. Varden zum Prediger der Besinnungstage für die Römische Kurie berufen. (mtr)