Priester soll Gemeinde um 245.000 Euro betrogen haben

In Belgien steht ein Priester vor Gericht, weil er seine Gemeinde um mehrere Hunderttausend Euro betrogen haben soll. Es geht um 245.000 Euro, die Staatsanwaltschaft fordert 18 Monate Haft für den 78-Jährigen, berichtet die Nachrichtenagentur Belga diese Woche. Der Geistliche war schon vorher strafrechtlich belangt geworden.
Aufgefallen war der Fall, als 2022 die Kassen von mehreren Pfarreien in der wallonischen Stadt Arlon zusammengelegt wurden. Der Priester meldete damals, die Kassen seiner Gemeinde seien leer. Daraufhin kam Skepsis auf, da der Beschuldigte bereits wegen Vertrauensmissbrauchs verurteilt worden war. In seinem privaten Haushalt wurden dann mehrere Zehntausend Euro Bargeld gefunden, zudem wurde klar, dass der Priester über Jahre Geld vom Pfarreikonto abgehoben hatte.
Der 78-Jährige war bereits durch regelmäßige Besuche in guten Restaurants sowie zahlreiche Reisen aufgefallen. Der Priester selbst bestreitet die Vorwürfe. "Das eingenommene Geld wurde stets zum Wohle der Gemeindemitglieder verwendet", gab sein Anwalt an. Es gebe "keinerlei Beweise dafür, dass das Geld für persönliche Zwecke missbraucht wurde". Lange Zeit habe sich niemand über die Verwaltung der Pfarrei beschwert. Das Urteil wird am 8. Juni verkündet. (cph)