Kabarettist und Umweltaktivist

"Hirschhausen will zum Papst" – BR-Doku zwischen Kreuz und Klima

Veröffentlicht am 23.05.2026 um 09:50 Uhr – Lesedauer: 

München ‐ Auf Katholiken- und Kirchentagen ist der Kabarettist Eckart von Hirschhausen schon aufgetreten, um über den Klimaschutz zu reden. Für eine TV-Doku hat er sich nun aufgemacht, über dieses Thema mit dem Papst zu reden.

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Kommt ein protestantischer Arzt zum Papst – was wie der Anfang eines Witzes klingen mag, hat sich zu einer ambitionierten Mission entwickelt. Der bekannte Mediziner, Kabarettist und Umweltaktivist Eckart von Hirschhausen wollte wissen, ob die katholische Kirche eine Kraft sein kann, die im Kampf gegen die Klimakrise noch etwas bewegt. Das Ergebnis seiner Mission ist unter dem Titel "Hirschhausen will zum Papst" am Pfingstmontag um 19.15 Uhr in einer Dokumentation von Boris Quatram zu sehen. In der ARD Mediathek ist sie bereits abrufbar.

Von Berlin bis auf die Philippinen

Der Film beginnt in einer Berliner Kirchengemeinde und landet schnell beim heiligen Franz von Assisi und der Idee, dass der Mensch nicht über der Natur stehe, sondern Teil von ihr sei. Von dort führt die Spurensuche weiter zu Wissenschaftlern, Bischöfen, evangelischen Pfarrerinnen und Aktivisten – bis auf die Philippinen. In dem Inselstaat in Ostasien sei die Klimakrise kein abstraktes Schlagwort mehr, sondern längst Alltag: Taifune, Erdrutsche, zerstörte Häuser, verlorene Existenzen, heißt es. Dort zeige sich, was Kirche sein könne, wenn sie nicht nur predige, sondern schütze, organisiere, auffange, helfe.

Denn während die Politik immer wieder zögere und wirtschaftliche Interessen oft blockierten, verfügt die katholische Kirche den Angaben zufolge über etwas, das sonst kaum jemand hat: Land, Geld, Gebäude, Reichweite, Einfluss – und den Glauben von 1,4 Milliarden Katholiken. Aber kann aus all dem auch Wirkung werden? Oder bleibt es bei großen Worten über die Bewahrung der Schöpfung?

Wird Hirschhausen den Papst tatsächlich treffen?

Gleichzeitig schaut Hirschhausen dorthin, wo die Hebel sind, wie es heißt: auf kirchliche Immobilien, Geldanlagen, Landbesitz, Beschaffung, Mobilität – und auf die große Leerstelle zwischen Anspruch und Realität. Was wäre, wenn eine Institution, die weltweit mehr Menschen erreicht als manche Groß-Konzerne, ihre Macht noch viel stärker in den Dienst der Schöpfung stellen würde? Was, wenn aus Einzelprojekten eine verbindliche weltweite Strategie würde?

Über all dem steht im Film die Frage: Schafft Hirschhausen es bis zu Papst Leo XIV.? Nach vielen Umwegen, Rückschlägen und überraschenden Begegnungen komme er dem neuen Papst tatsächlich immer näher. Wird Leo XIV. den Weg seines Vorgängers Franziskus weitergehen? Wird er die Kirche grün ausrichten? Und wird Hirschhausen ihn tatsächlich treffen? (KNA)