Gotteshaus war lange geschlossen

Wo Jesus das Vaterunser lehrte: Paternosterkirche ist restauriert

Veröffentlicht am 01.06.2026 um 15:25 Uhr – Lesedauer: 

Jerusalem ‐ Die Jerusalemer Kirche, an der Jesus das Vaterunser gelehrt haben soll, war lange geschlossen. Nach den Steinen müssten die Beziehungen repariert werden, sagt Patriarch Pizzaballa.

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Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten ist die Paternosterkirche auf dem Jerusalemer Ölberg wiedereröffnet worden. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, rief bei der Feier am Montag zu Versöhnung angesichts der Gewalt im Heiligen Land auf. "Eine Gemeinschaft, die nicht vergibt, ist eine Kirche in Trümmern, auch wenn die Mauern neu sind", so der Patriarch. Die Kirche erhebt sich über der Grotte, in der der Überlieferung nach Jesus seine Jünger das Vaterunser lehrte.

An der Stelle der Paternosterkirche entstand im 4. Jahrhundert die byzantinische Eleona-Kirche, die 614 von den Persern zerstört wurde. Der heutige Kirchenkomplex, den Keramiktafeln mit dem Vaterunser in rund 200 Sprachen schmücken, wird seit Ende des 19. Jahrhunderts von Frankreich verwaltet. Die Regierung finanzierte die Restaurierung laut eigenen Angaben mit rund 1,2 Millionen Euro. Eine neue Pflasterung macht die Umrisse der alten Basilika sichtbar.

Zur sogenannten "Domaine national français en Terre sainte" gehören auch die Königsgräber, die Annakirche in der Jerusalemer Altstadt und die Abtei Abu Gosch westlich von Jerusalem. Frankreich betrachtet die vier Stätten als eigenes Territorium. (KNA)