Opfer kommunistischer Schauprozesse in Tschechien seliggesprochen
In Tschechien hat die katholische Kirche zwei Priester seliggesprochen, die 1951/52 nach Schauprozessen des kommunistischen Regimes hingerichtet worden waren. An der von Kurienkardinal Michael Czerny geleiteten Feier auf dem Messegelände im mährischen Brno (Brünn) nahmen örtlichen Medienberichten zufolge 13.000 Menschen teil. Als Voraussetzung für die Seligsprechung hatte Papst Leo XIV. die Diözesanpriester Jan Bula (1920-1952) und Vaclav Drbola (1912-1951) im Oktober als Märtyrer anerkannt, die aus "Hass auf den Glauben" zum Tode verurteilt worden seien.
In frei erfundenen Anschuldigungen hatte die damalige Regierung der Tschechoslowakei den Geistlichen Bula und Drbola eine Verstrickung in ein Attentat auf kommunistische Funktionäre vorgeworfen. Beide hatten mit dem Anschlag nichts zu tun. In den 1990er Jahren rehabilitierte die tschechische Justiz die Priester. Sie sind die ersten Opfer des kommunistischen Regimes, die in dem Land seliggesprochen wurden.
Kardinal: Christus treu bleiben
Kardinal Czerny sagte bei der Messe, die Kirche überzeuge nicht, wenn sie nachgiebig und wenig anspruchsvoll sei. "Die Kirche ist überzeugend, wenn sie Christus treu bleibt. Das lehren uns die neuen Seligen", so der Leiter der vatikanischen Entwicklungsbehörde, Kardinal Michael Czerny. Er stammt aus Brno.
Bei einer Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch Urteil des Papstes fest, dass ein gestorbener Mensch vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Daraus ergibt sich die offizielle Empfehlung, diese Person als Vorbild und Fürsprecher bei Gott anzunehmen. (KNA)
