Nach Sagrada-Família-Weltrekord: Ulm-Touristik änderte Druckwerke
Schon Ende 2025 hat es sich abgezeichnet: Das Ulmer Münster verliert den Rekordtitel des höchsten Kirchturms der Welt an die Sagrada Família in Barcelona. Anlässlich der Weihe des Christus-Turms des Gotteshauses durch Papst Leo XIV. sagte Wolfgang Dieterich, Geschäftsführer der Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH, am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Wir haben es anfangs etwas bedauert, diesen langjährigen Rekord Ende 2025 verloren zu haben."
Mittlerweile seien Druckwerke entsprechend geändert sowie Verlagspartner und Lieferanten für ihre Neuauflagen entsprechend informiert, dass Ulm nicht mehr den höchsten Kirchturm der Welt habe. Doch ein Rekord bleibt den Ulmern: "Wir werben nun mit dem Superlativ des höchsten Kirchturms Deutschlands", sagte Dieterich.
Der 1890 vollendete Ulmer Hauptturm war für rund 135 Jahre der höchste Kirchturm der Welt. Doch die Sagrada Família wurde mit der Montage eines begehbaren Kreuzes auf ihrem Christus-Turm Anfang 2026 vollendet. Die Kirche erreicht damit ihre endgültige Höhe von 172,5 Metern und überragt das Ulmer Münster mit seinen rund 161,5 Metern um rund elf Meter.
Ulmer Münster als Bürgerkirche
Dieterich sagte weiter, der werbliche Fokus richte sich jetzt eher auf das Münster als Ulmer Bürgerkirche, die kein Bischofssitz oder Kaiserdom sei, aber "Ausdruck des Bürgerwillens mit einzigartigen Kunstschätzen wie dem Chorgestühl, der größten Sammlung von Totenschilden (Epitaphien) und den Glasfenstern von Mittelalter bis heute". Das Münster Unserer Lieben Frau zu Ulm, ein gotischer Sakralbau, ist Pfarrkirche der evangelischen Gemeinde.
Und noch etwas: Das Münster sei "im Gegensatz zu manchen anderen Kirchen bei freiem Eintritt zu genießen", sagt Dieterich. Der Kölner Dom kostet ab 1. Juli für Touristinnen und Touristen zwölf Euro Eintritt. Bei ihm kam im Jahr 1880 der Schlussstein auf die südliche Turmspitze. Mit einer Höhe von rund 157 Metern war der Kölner Dom bei seiner Fertigstellung 1880 das höchste Bauwerk der Welt, bis ihn zehn Jahre später das Ulmer Münster rund vier Meter überragte.
Der Ulmer Touristik-Geschäftsführer verweist auch darauf, dass das Münster auch ohne Weltrekordhöhe absolut sehenswert sei. "Der tolle Ausblick vom Hauptturm und die vielen Stufen bleiben." Das "Erlebnis der Dimension des Ulmer Münsters" ändere sich nicht. Das sei auch in Köln so, wo der Dom auch ohne Superlativ der Turmhöhe gerne besucht werde. (KNA)
