Basilika Sagrada Família

Papst Leo XIV. segnet in Barcelona den höchsten Kirchturm der Welt

Veröffentlicht am 11.06.2026 um 09:15 Uhr – Lesedauer: 

Barcelona ‐ Baumeister Gaudí wäre stolz gewesen: Der Papst persönlich segnete den Christusturm an der Sagrada Família in Barcelona – zugleich der höchste Kirchturm der Welt. Fertig ist das Ewigkeitsbauwerk aber noch immer nicht.

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Papst Leo XIV. hat den höchsten Kirchturm der Welt eingeweiht: In einem feierlichen Akt segnete er am Mittwochabend den 172,5 Meter hohen Christusturm der Basilika Sagrada Família in Barcelona. Der 10. Juni ist zugleich der 100. Todestag von Antoni Gaudí (1852–1926), Baumeister des Wahrzeichens der katalanischen Hauptstadt.

Den 18. Turm des Monumentalbauwerks krönt ein fast 100 Tonnen schweres Kreuz aus Stahl und Glas, gefertigt von einem Stahlbauunternehmen im bayerischen Gundelfingen. Mit dem begehbaren Kreuz überragt die Kirche das Ulmer Münster, das mehr als 135 Jahre den höchsten Kirchturm der Welt vorweisen konnte, um rund elf Meter. Für die Öffentlichkeit soll das Kreuz ab 2027 zugänglich sein.

Seit 1882 im Bau

Mit dem Bau der Kirche Sagrada Família wurde 1882 begonnen. Architekt Gaudí starb nach 40 Jahren Arbeit nach einem Straßenbahn-Unfall in der Nähe der Baustelle. Seit 2000 läuft für ihn ein Seligsprechungsverfahren. Die Fertigstellung des Gotteshauses, seit 2005 Unesco-Welterbe, soll in den 2030er-Jahren erfolgen. Benedikt XVI. hatte das ungewöhnliche Gotteshaus mit den 18 Türmen 2010 in den Rang einer Basilika erhoben.

Vor der eigentlichen Segnung hatte Leo XIV. eine Messe in der Basilika gefeiert, an der auch das spanische Königspaar Felipe VI. und Letizia sowie Ministerpräsident Pedro Sánchez teilnahmen. Zudem besuchte er die Krypta mit dem Grab Gaudís. In seiner Predigt sagte er, das Gotteshaus sei ein "sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes, zu dessen Ehre ihre Türme emporragen".

Die Basilika als Verpflichtung

Weiter sagte er: "Die Basilika Sagrada Família ist weit mehr als nur ein Denkmal; sie ist bis heute ein Bauwerk im Entstehen, das uns daran erinnert, dass das christliche Leben stets ein Weg ist, denn es handelt sich um ein Projekt, das Gott verwirklicht." Die Unvollkommenheit, der weiterhin im Bau befindlichen Kirche sei "kein Mangel, denn sie zeugt von einer Sehnsucht; sie bedeutet nicht ein Fehlen von etwas, sondern drückt ein Versprechen aus, das wir konsequent einhalten wollen".

Gleichzeitig forderte der Papst mehr Aufmerksamkeit für die armen und leidenden Menschen auf der Welt. Das Kreuz auf der Spitze des Christusturms sei auch "das Kreuz der Letzten, die die Ersten werden, der Sünder, die Heilige werden, der Toten, die auferstehen werden". (KNA)