Papst Leo XIV.: Digitale Welt grenzt Arme immer stärker aus
Papst Leo XIV. prangert die verschärfte Ausgrenzung von Menschen in der digitalen Welt an. "Der Schrei der Armen nach Gerechtigkeit wird heute durch vielfältige, immer subtilere Techniken erstickt, bis all ihre Bemühungen, ihren Forderungen Gehör zu verschaffen, verstummen", so Leo XIV. in seiner am Sonntag veröffentlichten Botschaft zum 10. katholischen Welttag der Armen. Das Kirchenoberhaupt kritisiert: "Die digitale Welt radikalisiert die Vorurteile ihnen gegenüber und verstärkt den Schleier der Gleichgültigkeit, der ihre Anliegen verhüllt."
Ein Verlust des Sinns für das Übernatürliche im Alltag sei ein Grund für die soziale Ungerechtigkeit, "die von einer vermessenen Verdorbenheit herrührt". Dies zeige sich darin, dass die Güte und Barmherzigkeit Gottes bei den Bemühungen um persönliche und soziale Gerechtigkeit nicht berücksichtigt werden. Diese unselige Logik aus Egoismus, Ungerechtigkeit und Ausgrenzung marginalisiere und erniedrige nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze Bevölkerungsgruppen.
Christen dürfen nicht gleichgültig bleiben
In seiner Botschaft appelliert der Papst an diejenigen, "die sich Christen nennen", nicht gleichgültig zu bleiben gegenüber den vielen, die von der Gesellschaft übersehen werden. Sie sollten sich für die Armen und ihre Befreiung einsetzen. "Dann werden wir sehen, dass die Armen selbst zur Zuflucht für andere werden." Es gelte, alles von unten her neu zu denken - in Demut und Geschwisterlichkeit, denn nur diese heilten eine von Überheblichkeit verwundete Welt.
Papst Franziskus (2013–2025) hatte den Welttag der Armen 2016 initiiert, um den Blick auf die zahlreichen Formen von Armut heute zu lenken. Er findet immer am vorletzten Sonntag vor Beginn des Advents statt, diesmal am 15. November. Üblicherweise isst der Papst nach der Messe zum Welttag mit benachteiligten Menschen zu Mittag. Im letzten Jahr speiste Leo XIV. mit rund 1.300 Personen in der Vatikanischen Audienzhalle. (KNA)
