Bischof Wilmer legt Treueid vor Amtseinführung ab
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat den künftigen Bischof von Münster, Heiner Wilmer, zum Einsatz gegen gesellschaftliche Spaltung aufgerufen. Populisten und Extremisten schürten Angst und trieben die Gesellschaft auseinander, sagte Wüst am Dienstag in der NRW-Staatskanzlei. "Umso wichtiger sind Menschen, die sich diesen Tendenzen, diesen Spaltern, entgegenstellen."
Wilmer legte vor Wüst den vorgesehenen Treueid vor seiner Amtseinführung ab. In seiner Rede bekannte sich der Bischof zur Demokratie als "zweifellos die beste aller Staatsformen". Die Kirche werde sich auch künftig zu den großen politischen Fragen äußern – mit Respekt vor dem politischen Primat. "Und wir werden weiterhin mit unseren Einrichtungen dazu beitragen, dass die Ideale unserer Soziallehre nicht bloße Theorie bleiben", kündigte der Bischof an.
Treueid vor staatlicher Instanz
Anschließend versprach Wilmer per Eid der verfassungsmäßigen Ordnung die Treue. An dem Akt nahmen Vertreter aus Politik und Kirche teil. Für Niedersachsen sprach der Abteilungsleiter aus dem Kultusministerium, Carsten Milde, ein Grußwort. Das Bistum Münster umfasst Teile von NRW und von Niedersachsen. Der Treueid eines Bischofs vor einer staatlichen Instanz ist in Deutschland üblich und leitet sich aus Verträgen zwischen Staat und Kirche ab. Der Eid zeigt, dass das Amt des Bischofs nicht nur eine geistliche Dimension hat. Es ist auch von gesellschaftlicher und politischer Bedeutung.
Wilmer, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist, wird am Sonntag das Bischofsamt in Münster übernehmen. Damit leitet der 65-Jährige das mitgliederstärkste deutsche Bistum mit rund 1,6 Millionen Katholikinnen und Katholiken. Bislang ist Wilmer Bischof von Hildesheim. Zu seinem dortigen Amtsantritt 2018 hatte er vor dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) einen Treueid abgelegt. (KNA)
