Umfrage: Katholische und evangelische Christen wählen seltener AfD
Der Anteil von potenziellen AfD-Wählerinnen und -wählern ist laut einer Umfrage unter Katholiken und Angehörigen evangelischer Landeskirchen geringer als unter der Gesamtbevölkerung. Das geht aus einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) hervor. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatten die AfD mehrfach als für Christen nicht wählbar bezeichnet.
Demnach würden 29 Prozent aller Wählerinnen und Wähler die AfD wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Bei den Mitgliedern der katholischen Kirche und der evangelischen Landeskirchen wären es jeweils 24 Prozent. Menschen, die keiner Religion angehören, gaben zu 32 Prozent an, die AfD wählen zu wollen. In der Gesamtbevölkerung würde die AfD laut Umfrage die meisten Stimmen bekommen mit ihren 29 Prozent. Dahinter kämen CDU/CSU mit 20 Prozent, die Grünen mit 14, SPD und Linke mit je 12 und die FDP mit 5 Prozent.
Für andere Religionen nicht repräsentativ
Bei der Gruppe von Angehörigen anderer Konfessionen und Religionen gaben insgesamt 38 Prozent an, sie wollten derzeit die AfD wählen. Zu dieser Gruppe zusammengefasst waren Angehörige von evangelisch-freikirchlichen Gemeinden und von christlich-orthodoxen Kirchen sowie Juden, Muslime und "Angehörige sonstigen Glaubens". Die Stichproben dieser einzelnen Glaubensrichtungen waren laut YouGov allerdings zu klein, um für die einzelnen Gruppen repräsentativ zu sein.
Weiter geht aus der Umfrage hervor, dass 30 Prozent der Katholiken und 26 Prozent der Mitglieder evangelischer Landeskirchen CDU/CSU wählen würden, also mehr als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (20 Prozent). Etwas seltener als der Durchschnitt würden sich Katholiken für die Linke (7 Prozent) und die Grünen (12 Prozent) entscheiden. Auf evangelischer Seite sieht es ähnlich aus. Hier würden 9 Prozent die Linke und 11 Prozent die Grünen wählen.
Ostdeutsche sowie eine eher ländliche Bevölkerung würden der Umfrage zufolge häufiger die AfD wählen. Laut den Angaben würden sich 39 Prozent der Ostdeutschen und 26 Prozent der Westdeutschen am Sonntag für die AfD entscheiden. Die Landbevölkerung würde zu 36 Prozent die Partei wählen, die Städter zu 25 Prozent. Bei der Unterscheidung nach Bildungsstand gaben 38 Prozent der Befragten mit niedrigem Bildungsstand an, sie würden am Sonntag AfD wählen. Bei den Wahlberechtigten mit mittlerem und hohem Bildungsstand waren es 31 und 21 Prozent. – Für die Online-Umfrage gaben insgesamt 1.793 Personen ab 18 Jahren ihre Wahlabsicht an. Sie wurden zwischen dem 12. und 15. Juni 2026 befragt. (KNA)
