Glaubensweitergabe sei keine Selbstverständlichkeit mehr

Missions-Kongress in Augsburg startet – Bischof Meier wirbt und warnt

Veröffentlicht am 19.06.2026 um 13:48 Uhr – Lesedauer: 

Augsburg ‐ "Der Kongress für alle, die ihre Kirche verändern wollen!" Das steht über der Tagung "Mission is possible", die für Freitag und Samstag in Augsburg geplant ist. Bischof Bertram Meier verrät, was er sich davon erhofft.

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Der Augsburger Bischof Bertram Meier bricht eine Lanze für die Mission zum christlichen Glauben. Er sei zutiefst davon überzeugt, dass Impulse zur Mission das Gebot der Stunde seien, sagte Meier am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Der Bischof erklärte: "Bei vielen Gelegenheiten stelle ich schmerzlich fest, dass die Weitergabe des Glaubens zunehmend auch im sogenannten katholischen Milieu keine Selbstverständlichkeit mehr ist." Daher brauche es eine Sensibilisierung für den mit Taufe und Firmung erfolgten Sendungsauftrag jeder Christin und jedes Christen. "Das verbindet alle christlichen Konfessionen."

Beim Thema Mission Vorsicht geboten

Meier äußerte sich zum für Freitagabend geplanten Auftakt des neuen Missions-Kongresses "Mission is possible" (Mission ist möglich). Hinter dem zweitägigen Programm aus Vorträgen, Workshops, Musik und Gebet im Augsburger Kongress am Park steht das Augsburger Gebetshaus unter Leitung des katholischen Theologen Johannes Hartl.

Die katholische Kirche habe im Zusammenhang mit der Missionierung früher schwere Schuld auf sich geladen, fügte Meier hinzu. Auch heute sei bei diesem Thema durchaus Vorsicht geboten.

Bischof Stefan Oster beim Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz
Bild: ©KNA/Harald Oppitz

Als Vortragsredner angekündigt ist auch der Passauer Bischof Stefan Oster.

Meier erklärte: "Überall, wo christliche Mission nicht als Angebot unaufdringlich und einladend passiert, überall, wo auf manipulative Weise die freie und personale Entscheidung von Menschen unterlaufen wird, überall, wo Missionare sich als 'Macher' verstehen und das eigentliche spirituelle Ereignis nicht dem Wirken des Heiligen Geistes überlassen bleibt, ist Vorsicht geboten. Es besteht die Gefahr, nicht mehr Diener der Wahrheit, sondern Vollstrecker zu sein." Das sei jedoch keinesfalls der Geist des Evangeliums.

"Mission is possible" sehe er nun als Mutmacher für unterschiedliche Gruppen, neue Wege zur Glaubensweitergabe zu erproben und sich von Erfahrungen anderer inspirieren zu lassen, so der Bischof.

Auch Passaus Bischof Oster kommt

Die Konferenz richtet sich nach eigenen Angaben "an alle, die sich fragen, wie Kirche heute wieder Menschen erreichen kann – unabhängig von Konfession und Alter". Beworben werden "praxiserprobte Ideen, starke Impulse und ein Netzwerk, damit Deine Gemeinde wieder mehr Menschen mit Jesus erreicht". Die Veranstalter erwarten rund 1.000 Besucher.

Bischof Meier soll den Kongress eröffnen, eine Messe feiern und an einer Diskussionsrunde teilnehmen. Sein Passauer Amtskollege Stefan Oster ist als Vortragsredner angekündigt. Zu den weiteren Gästen zählt Mihamm Kim-Rauchholz, theologische Referentin der Liebenzeller Mission, einer evangelischen Gesellschaft zur Glaubensverbreitung. (KNA)