Glaube müsse sichtbar gelebt werden können

Außenminister: Betende Fußballer sind Zeichen freier Gesellschaft

Veröffentlicht am 25.06.2026 um 11:25 Uhr – Lesedauer: 

Berlin ‐ Ein gemeinsames Gebet nach dem Sieg – die Glaubensbekundung zweier Nationalspieler nach dem WM-Erfolg gegen Curaçao hat so manchen irritiert. Welchen Auftrag Außenminister Wadephul darin für die Gesellschaft sieht.

  • Teilen:

Wenn Fußballer nach einem Spiel gemeinsam beten, ist das aus Sicht von Außenminister Johann Wadephul (CDU) auch ein wichtiges Zeichen für eine freie Gesellschaft. Diese erkenne man nicht daran, dass der Glaube unsichtbar werde, sondern daran, dass er sichtbar gelebt werden könne, sagte Wadephul am Mittwochabend beim alljährlichen Johannisempfang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Berlin.

Der Minister bezog sich dabei auf das Gebet der deutschen Fußballnationalspieler Felix Nmecha und Jonathan Tah nach dem 7:1-Sieg im ersten WM-Spiel gegen Curaçao. Das gemeinsame Niederknien zweier Spieler sei dabei zunächst nur ein Ausdruck des gemeinsamen Glaubens, so Wadephul. "Und dennoch erleben wir, wie aus diesem Gebet binnen Minuten ein Kulturkampf wird. Weil sichtbarer christlicher Glaube in unserer Öffentlichkeit mittlerweile viele irritiert." Hier müsse sich die freie Gesellschaft beweisen und behaupten.

"Sichtbar gelebter Glaube erinnert uns an das christliche Menschenbild, auf dessen Boden unsere Gesellschaft entstanden ist", betonte er. Damit das gelingen könne, sei die Regierung auf Partner wie die Kirchen angewiesen. (KNA)