Pilger aus 30 Ländern feiern Marienerscheinungen in Medjugorje

Zehntausende Pilger aus aller Welt haben am Donnerstag in Medjugorje der ersten angenommenen Marienerscheinungen vor genau 45 Jahren gedacht. Nach Angaben der Pfarrei waren Menschen aus mehr als 30 Ländern in den bosnisch-herzegowinischen Wallfahrtsort gekommen. Viele stammten aus Deutschland, Österreich, Italien, den USA, Polen, Korea und Indien. Im Zentrum der Feierlichkeiten standen die Eucharistie und das Gebet um Frieden, mit liturgischen Feiern, einem Friedensmarsch und einer Festprozession.
Der Provinzial der Franziskaner in Herzegowina, Jozo Grbes, leitete die große Abendliturgie auf dem Platz hinter der Pfarrkirche. Er bezeichnete Medjugorje als "Ort der Vergebung und neuer Anfänge". Hier begegneten sich Suchende unterschiedlichster Herkunft: "Dies ist ein Ort der Kirche, an dem Bischof und Priester, Nichtgläubiger und barfüßiger Pilger gemeinsam auf der Suche nach Wahrheit und Sinn sind." Der Marienwallfahrtsort sei für Gläubige ein Ort der Umkehr, der Beichte und der persönlichen Gotteserfahrung, für andere ein Ort der Fragen und der Suche.
Wiederholte Erscheinungen
Obwohl die ersten angeblichen Marienerscheinungen auf den 24. Juni 1981 datiert werden, begeht Medjugorje traditionell den 25. Juni als Jahrestag. Nach Angaben der Seher, die damals alle im Kindes- oder Jugendalter waren, fand an diesem Tag die erste längere Begegnung mit der Gottesmutter samt Botschaft statt; zudem habe von da an eine Serie von Erscheinungen begonnen, die bei drei Beteiligten weiterhin täglich stattfinden sollen, bei anderen an bestimmten festgesetzten Tagen im Jahr. Von einer aktuellen Friedensbotschaft der Gottesmutter berichtete Ivanka Ivankovi-Elez (60), die laut eigenen Angaben am Jahrestag im Kreise ihrer Angehörigen eine vierminütige Marienerscheinung hatte.
Nach Angaben der Pfarrei haben seit 1981 mehr als 50 Millionen Pilger Medjugorje besucht. Der Ort ist inzwischen eines der bedeutendsten katholischen Wallfahrtszentren weltweit. Eine endgültige Entscheidung der Kirche über die Übernatürlichkeit der Erscheinungen steht allerdings weiter aus. (KNA)