Bischof von Kopenhagen: Alte Messe soll eine Option bleiben
Der Bischof von Kopenhagen, Czesław Kozon, spricht sich dafür aus, dass die "Alte Messe" eine Option bleibt. Solange es Gläubige gebe, "die sie gerne haben und mit ihr verbunden sind", sollte man die Möglichkeit der Feier belassen, sagte er in einem Interview mit "CNA" (Samstag). Kozon äußerte sich am Rande einer Firmung in Recklinghausen, anlässlich der er eine Pontifikalmesse in der vorkonziliaren Form gefeiert hat.
Das Motu proprio "Traditionis custodes", mit dem Papst Franziskus (2013–2025) vor gut fünf Jahren die Feier nach den Messbüchern von 1962 deutlich eingeschränkt hatte, schadet seiner Ansicht nach nicht der Kirche. "Man muss erkennen, dass die Liturgie nach dem Konzil die Liturgie der Kirche ist, und diese kann auch schön gefeiert werden. Diesem Ideal muss man nachstreben", so Kozon. Aber man dürfe die Menschen, die der Alten Messe nahestehen, nicht marginalisieren, und es sollte keine Konkurrenz zwischen den beiden Messformen geben.
Die Bischofsweihen der Piusbruderschaft sieht Kozon als "tragisch und völlig zwecklos". Es sei traurig und nicht zu entschuldigen. "Es zeigt ja auch, dass es um mehr geht als nur um die alte Messe. Menschen, die eigentlich das Lehramt früher sehr gelobt, den Gehorsam betont und die Einheit der Kirche gefördert haben, tun plötzlich so etwas, was ein klares Zeichen des Ungehorsams ist und der Einheit der Kirche schadet", so der Bischof.
Bischof von Oslo will bei Bedarf mehr Orte für "Alte Messen" schaffen
Ein weiteres Mitglied der Nordischen Bischofskonferenz, Bischof Fredrik Hansen von Oslo, äußerte sich in einem Hirtenbrief zu den Weihen der Piusbruderschaft. Darin wandte er sich an Gläubige, die "sich zur vorkonziliaren Liturgie und der damit verbundenen Spiritualität hingezogen fühlen" und daher Messen bei der Piusbruderschaft besucht haben.
Er verstehe, "dass dies schwierige und aufwühlende Tage für euch sind". Möglicherweise gebe es bei ihnen das Gefühl, "in verschiedene Richtungen gezogen zu werden". An sie richtet der Bischof eine Aufforderung: "Haltet an der Einheit mit unserem Heiligen Vater, dem Bischof von Rom, und mit mir als Bischof von Oslo fest!" Hansen weist darauf hin, dass es in einer Kirche in Oslo jeden Sonntag eine Messe nach den Messbüchern von 1962 gebe. Das werde auch so bleiben. "Wenn es notwendig ist und es zum Wohl der Kirche und der Seelen dient, werde ich diese Art der Messfeier auch in unserer Ortskirche ausweiten."
Nach der Einschränkung der Feier der vorkonziliaren Liturgie im Jahr 2021 zeigte sich die Nordische Bischofskonferenz skeptisch, ob sich die neuen Regeln umsetzen lassen. Zwar teilten die Bischöfe die Sorge vor einer Spaltung der Kirche aufgrund der "Ideologie der Ablehnung" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) unter einigen Anhängern der sogenannten "Alten Messe"; eine solche Haltung ließe sich jedoch schwerlich durch Verbote verhindern, sagte der Trondheimer Bischof Erik Varden damals. (fxn)
