Zurück zur vollen Gemeinschaft

Bischöfe werben um Rückkehr von Piusbrüder-Gläubigen

Veröffentlicht am 07.07.2026 um 09:45 Uhr – Lesedauer: 

Washington ‐ Nach den Exkommunikationen rufen zahlreiche US-Bischöfe Gläubige zur Rückkehr in die volle Gemeinschaft mit der Kirche auf. Zugleich untersagen sie die Teilnahme an Gottesdiensten der Piusbruderschaft.

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Nach den Exkommunikationen der Geistlichen der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. (SSPX) haben zahlreiche Bischöfe in den USA Anhänger der Gemeinschaft aufgefordert, sich von den Piusbrüdern zu lösen und zur vollen Gemeinschaft mit der Kirche zurückzukehren. Zugleich untersagten laut Medienberichten vom Wochenende mehrere Diözesen den Besuch von Gottesdiensten und den Empfang von Sakramenten bei den Piusbrüdern.

Der Erzbischof von St. Paul und Minneapolis, Bernard Hebda, wandte sich ausdrücklich an Familien, die bisher Gottesdienste der Piusbruderschaft besuchten. Er würdigte ihr Engagement für traditionelle katholische Werte und das Familienleben, appellierte jedoch, sich nicht vom Papst und der Kirche zu trennen. Gläubige, die die vorkonziliare Liturgie bevorzugten, könnten diese weiterhin an mehreren Orten inder Erzdiözese besuchen. Auch Bischof Terry LaValley von Ogdensburg im Bundesstaat New York erklärte, Katholiken sei die Teilnahme an den Gottesdiensten und Sakramentenspendungen der Piusbrüder untersagt; eine Ausnahme gelte lediglich in Todesgefahr. Er begründete dies mit dem formellen Schisma der Gemeinschaft und verwies darauf, dass die Piusbrüder zentrale Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehne.

Der Vatikan hatte in der vergangenen Woche zunächst förmlich die Exkommunikation jener sechs Männer bestätigt, die am 1. Juli an der vom Papst verbotenen Bischofsweihe der Bruderschaft in der Schweiz beteiligt waren, sprich die Weihespender und die Geweihten. Da diese Weihen laut Kirchenrecht einen schismatischen Akt darstellten, folgte die Exkommunikation automatisch. Der Vatikan betonte, dass alle Priester und Diakone der Piusbruderschaft Schismatiker sind und sich damit die Tatstrafe der Exkommunikation zuziehen.

"Alte Messe" weiterhin möglich

Der Bischof von Bridgeport, Frank Caggiano, lud Gläubige ein, "nach Hause" in die Kirche zurückzukehren. Die Exkommunikation betreffe nicht automatisch Gläubige, die aus aufrichtiger Frömmigkeit Gottesdienste der Bruderschaft besucht hätten. Nun sei jedoch klar, dass Katholiken nicht länger an deren Liturgie teilnehmen dürften. Gleichzeitig betonte Caggiano, dass auch Priester der Piusbrüder, die zur vollen Kirchengemeinschaft zurückkehren wollten, willkommen seien.

Ähnliche Stellungnahmen veröffentlichten unter anderem die Bischöfe James Johnston (Kansas City–St. Joseph), Douglas Lucia (Syracuse), Donald Hying (Madison) sowie Erzbischof Shawn McKnight (Kansas City in Kansas). Johnston kündigte pastorale Hilfen für betroffene Gläubige an und verwies darauf, dass gültige Eheschließungen und Beichten innerhalb der Piusbruderschaft künftig nicht mehr möglich seien. Lucia sprach von einer "Wunde" am Leib Christi, Hying forderte Katholiken auf, ausschließlich Kirchen mit rechtmäßig amtierenden Priestern aufzusuchen. Mehrere Bischöfe verwiesen zugleich darauf, dass die Feier der traditionellen lateinischen Messe weiterhin in ihren Diözesen möglich sei. Damit solle jenen Gläubigen ein Verbleib innerhalb der Kirche ermöglicht werden. (mtr)