Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht neue Kirchensteuer-Zahlen
Die katholische Kirche in Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut ein leichtes Plus bei den Kirchensteuern zu verzeichnen. 2025 beliefen sich die Einnahmen der 27 (Erz-)Bistümer auf 6,75 Milliarden Euro. 2024 waren es knapp 6,63 und 2023 waren es 6,51 Milliarden Euro, wie aus einer jetzt veröffentlichten Statistik der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hervorgeht. 2025 kamen damit knapp 123 Millionen Euro oder 1,9 Prozent mehr Steuereinnahmen zusammen als 2024. 2022 hatte es noch einen Rekordwert von mehr als 6,84 Milliarden Euro gegeben, 2021 waren es 6,73 Milliarden Euro.
Einen ähnlichen Trend gab es bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): Die 20 evangelischen Landeskirchen haben 2025 rund 6,09 Milliarden Euro eingenommen nach 5,97 Milliarden im Jahr zuvor. Das geht aus der EKD-Kirchensteuerstatistik vom Mai hervor. Insgesamt kamen damit für beide großen Kirchen rund 12,84 Milliarden Euro zusammen, rund 1,9 Prozent mehr als 2024 (12,6 Milliarden). Trotz der leichten Zuwächse müssen die Kirchen allerdings mit Kaufkraftverlusten leben, da die Inflation 2025 bei 2,2 Prozent lag und die Personalkosten gestiegen sind. Inflationsbereinigt sprechen sowohl die EKD als auch die Bischofskonferenz von leichten Rückgängen beim Steueraufkommen.
Langfristig Rückgänge zu erwarten
Vertreter beider Kirchen weisen zudem immer wieder darauf hin, dass die Kirchensteuern mittel- bis langfristig sinken werden, weil die Zahl der zahlenden Mitglieder deutlich zurückgeht durch Austritte, Tod und den Renteneintritt der Babyboomer-Generation, also der geburtenstarken Jahrgänge von 1954 bis etwa 1965. Die Kirchensteuer ist die wichtigste Einnahmequelle der 20 evangelischen Landeskirchen und der 27 deutschen (Erz-)Bistümer. Sie ist an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt und beträgt in Bayern und Baden-Württemberg acht und in allen anderen Bundesländern neun Prozent der Einkommensteuer bei Kirchenmitgliedern. Auch auf Kapitalerträge wie Zinsen oder Dividenden wird Kirchensteuer erhoben.
Seit Jahren zeigt sich bei den Kirchenfinanzen ein gegenläufiger Trend: Trotz sinkender Mitgliederzahlen steigen die Einnahmen häufig weiter, weil Löhne, Einkommen, Kapitalerträge und damit auch die staatliche Einkommensteuer langfristig zulegen. Wenn Beschäftigte mehr verdienen oder Börsengewinne und Zinserträge steigen, erhöht sich in der Regel auch das Kirchensteueraufkommen. In Deutschland haben die Kirchen das in der Verfassung verankerte Recht, von ihren Mitgliedern Abgaben (Kirchensteuern) zu erheben. Diese Steuer ist die wichtigste Finanzquelle zur Wahrnehmung kirchlicher Aufgaben in Seelsorge, Bildung und Sozialwesen. Die Kirchensteuer wird vom Staat eingezogen; er erhält dafür rund drei Prozent des Gesamtaufkommens. (KNA)
