Trotz weiter sinkender Mitgliederzahlen

6,09 Milliarden – Mehr Kirchensteuern für Evangelische Kirche 2025

Veröffentlicht am 20.05.2026 um 14:25 Uhr – Lesedauer: 

Hannover ‐ Weniger Mitglieder und trotzdem mehr Geld: Die Evangelische Kirche in Deutschland verbucht 2025 ein Plus bei der Kirchensteuer. Was hinter dem scheinbaren Widerspruch steckt.

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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat 2025 trotz weiter sinkender Mitgliederzahlen mehr Kirchensteuern eingenommen. Das Netto-Gesamtaufkommen stieg im Vergleich zu 2024 um 2 Prozent auf rund 6,09 Milliarden Euro, wie aus der online veröffentlichten Kirchensteuerstatistik der EKD hervorgeht. 2024 hatte das Aufkommen noch bei 5,97 Milliarden Euro gelegen.

Die Kirchensteuer ist die wichtigste Einnahmequelle der 20 evangelischen Landeskirchen und der 27 deutschen (Erz-)Bistümer. Sie ist an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt und beträgt je nach Bundesland acht oder neun Prozent der Einkommensteuer bei Kirchenmitgliedern. Auch auf Kapitalerträge wie Zinsen oder Dividenden wird Kirchensteuer erhoben.

Warum die Einnahmen dennoch steigen

Seit Jahren zeigt sich bei den Kirchenfinanzen ein gegenläufiger Trend: Trotz sinkender Mitgliederzahlen steigen die Einnahmen häufig weiter, weil Löhne, Einkommen, Kapitalerträge und damit auch die staatliche Einkommensteuer langfristig zulegen. Wenn Beschäftigte mehr verdienen oder Börsengewinne und Zinserträge steigen, erhöht sich in der Regel auch das Kirchensteueraufkommen. Besonders deutlich legten die Einnahmen aus der Kirchensteuer auf Kapitalerträge auf evangelischer Seite zu. Sie stiegen binnen Jahresfrist um 23,4 Prozent auf 445,8 Millionen Euro. Das Nettoaufkommen aus Kirchenlohn- und -einkommensteuer erhöhte sich dagegen nur leicht um 0,7 Prozent auf 5,62 Milliarden Euro.

Die Zahl der Kirchenmitglieder sank unterdessen weiter. Zum Jahresende 2025 gehörten den EKD-Gliedkirchen noch knapp 18 Millionen Menschen an, nach rund 18,57 Millionen im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um rund 586.000 Mitglieder beziehungsweise gut 3 Prozent. Im Vorjahr waren die Einnahmen aus Kirchenlohn- und -einkommensteuer noch um ein Prozent gesunken, während das gesamte Kirchensteueraufkommen lediglich um ein Prozent zugelegt hatte. Ausschlaggebend war damals ebenfalls ein kräftiger Zuwachs bei der Kapitalertragsteuer.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) erklärte auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), ihre Zahlen lägen noch nicht vor. Man reche mit einer Veröffentlichung im Sommer. 2024 hatte die katholische Kirche in Deutschland knapp 6,63 Milliarden Euro an Kirchensteuern eingenommen, 2023 rund 6,52 Milliarden. (KNA)