Dem Zweiten Vatikanum treu bleiben

Kardinal: Alte Messe ernstnehmen – aber nicht zu Propagandisten werden

Veröffentlicht am 07.07.2026 um 12:50 Uhr – Lesedauer: 

Madrid ‐ Bis zu seinem Rücktritt 2014 galt Kardinal Antonio Maria Rouco Varela als einer der einflussreichsten Kirchenmänner Spaniens. Beim jüngsten Konsistorium war er dabei – und äußert sich nun zur Liturgiefrage.

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Der frühere Vorsitzende der Spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Antonio María Rouco Varela (89), wirbt für Verständnis gegenüber Gläubigen, die an der vorkonziliaren Liturgie festhalten. Diese dürften jedoch "nicht zu Propagandisten dafür werden", sagte der ehemalige Erzbischof von Madrid dem italienischen Portal "La Nuova Bussola Quotidiana".

Die Spannungen um die sogenannte "Alte Messe" ließen sich lösen, wenn "man dem treu bleibt, was das Zweite Vatikanische Konzil festgelegt hat, und zugleich die Freiheit der Gläubigen innerhalb der Gemeinschaft der Kirche mit etwas Respekt behandelt", so der Kardinal. Daraus folge, dass es keiner ständigen neuen Reglementierungen bedürfe. Zugleich müssten liturgische Missbräuche beendet werden, die den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils widersprächen. Wörtlich sagte der frühere Erzbischof von Madrid: "Die Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils muss so gefeiert werden, wie es vorgesehen ist."

Bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2014 galt Varela als einer der einflussreichsten Kirchenmänner Spaniens. Auch wenn er sich inzwischen weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, nahm der fast 90-Jährige am jüngsten außerordentliches Konsistorium teil. Dass Papst Leo die Kardinäle häufig zusammenrufe, sei ein "Zeichen des Vertrauens", sagte der Kardinal. Zugleich zeige der Papst damit, "dass ihm das Kardinalskollegium als Ganzes am Herzen liegt und dass er auf dessen Unterstützung bei der Ausübung seines Petrusdienstes vertraut". (mtr)